29. Mai 2026/77 min
Wie Splash in 13 Monaten auf 7 Mio. € Umsatz wuchs – mit Co-Founder Jeremy Okoth
Über diese Episode
Jeremy Okoth und sein Co-Founder Hannes haben gezeigt, was möglich ist, wenn Creator-Power auf unternehmerisches Denken trifft. Hunderte Millionen Views, 20 Millionen Downloads und 7 Millionen Euro Umsatz in nur 13 Monaten – und das alles bootstrapped mit Anfang 20. Ihre Party-Game-App Splash erreichte eine Million Downloads in nur 28 Tagen und läuft heute mit rund 50% Gewinnmarge.
Von Social-Media-Creators zu Millionen-Unternehmern
Der Weg von Jeremy und Hannes begann mit ihrem Social-Media-Account „Hannes und Jeremy", über den sie eine Reichweite aufbauten, die viele Medienhäuser neidisch macht. Heute generieren sie 400 Millionen Views pro Monat und haben sechsstellige Monatsumsätze erreicht. Doch Jeremy betont: Reichweite allein reicht nicht.
"Die höchste Form der Monetarisierung ist es, mit Reichweite ein eigenständiges Unternehmen zu pushen", erklärt er. Während Merch und Affiliate-Links nur die Einstiegsstufe darstellen, haben sie mit Splash bewiesen, dass Creator die nächste Generation von Firmengründern sind.
Ein entscheidender Erfolgsfaktor: Als Gründer brauchst du ein Gesicht, an das sich Kunden binden können – egal ob B2C oder B2B. Diese persönliche Verbindung macht den Unterschied zwischen austauschbaren Produkten und Marken, die im Gedächtnis bleiben.
Splash: Von der Idee zum Millionen-Umsatz in Rekordzeit
Die Entwicklung von Splash war ein Paradebeispiel für agiles Unternehmertum. In nur zwei Wochen ging die App von der ersten Idee bis in den App Store. Das Freemium-Modell mit Premium-Kategorien funktioniert: Splash ist profitabler als viele VC-finanzierte Startups und läuft bei rund 50% Gewinnmarge.
Besonders beeindruckend ist die internationale Expansion: Mit Micro-Influencern für 50 Euro pro Video und Gesamtkosten unter 20.000 Euro generierten sie Millionen Downloads in Lateinamerika. Über 1.000 Influencer buchten sie für unter 500 Euro pro Markt – ein Beweis dafür, dass kreative Marketing-Strategien Kapital schlagen können.
Content-Strategie: Frequenz schlägt Perfektion
Ein zentraler Baustein ihres Erfolgs ist die Content-Strategie. "60 Videos am Tag sind keine Übertreibung", betont Jeremy. Frequenz schlägt alles – lieber 100 Schüsse abfeuern als 3 perfekte planen.
Für Anfänger empfiehlt er, zunächst auf bewährte Formate zu setzen statt auf komplexe Geschichten. Storytelling mag die höchste Form von Social Media sein, aber ohne solide Basis in Content-Produktion verpufft die beste Geschichte.
Die Community fungiert dabei als Supercomputer für Produktentscheidungen. Direktes Feedback von Millionen Followern liefert Insights, für die andere Unternehmen teure Marktforschung betreiben müssen.
Bootstrap statt VC: Warum sie Millionen ablehnten
Trotz des Erfolgs gingen Jeremy und Hannes einen unkonventionellen Weg: Sie lehnten ein Term Sheet über 2 Millionen Euro bei 25 Millionen Bewertung ab – zwei Tage vor der geplanten Unterschrift.
"Bootstrapping ist die bessere Wahl, wenn es kein Winner-takes-all-Markt ist", erklärt Jeremy. Gespräche mit VC-finanzierten Gründern hätten sie gelehrt, dass externe Finanzierung nicht immer der Königsweg ist. Bei 50% Gewinnmarge und stabilem Cash-Flow können sie selbstbestimmt wachsen.
Für ihre neue App suchen sie nun gezielt 200-300k Euro von Angel-Investoren – aber nicht von klassischen VCs. Der Unterschied: Angels bringen oft operative Erfahrung mit, während VCs primär auf Skalierung und Exit fokussiert sind.
Brand als Erfolgsfaktor der Zukunft
Ein wiederkehrendes Thema im Gespräch: Brand macht 80-90% des Erfolgs aus. In einer Welt, in der Produktfeatures schnell kopiert werden können, entscheidet die emotionale Verbindung zur Marke über langfristigen Erfolg.
Creator-geführte Unternehmen haben hier einen natürlichen Vorteil. Sie bauen von Anfang an eine persönliche Beziehung zu ihrer Zielgruppe auf, die über reine Produktnutzung hinausgeht. Diese authentische Verbindung lässt sich nicht einfach replizieren.
Momentum vs. Substanz: Die Creator-Advantage
Was Creator-Firmen von klassischen Startups unterscheidet, ist die Balance zwischen Momentum und Substanz. Während traditionelle Startups oft jahrelang an der Produktentwicklung feilen, können Creator durch ihre Reichweite schnell testen, iterieren und skalieren.
Jeremys Fazit: "Angst vor dem Scheitern ist das größte Hindernis." Lieber schnell handeln und aus Fehlern lernen, als in der Planungsphase stecken zu bleiben. Diese Mentalität, kombiniert mit der Power einer etablierten Creator-Brand, macht den Unterschied zwischen Erfolg und Stillstand.
Die Geschichte von Splash zeigt: Mit der richtigen Kombination aus Reichweite, Produktfokus und unternehmerischem Mut können auch junge Creator in kürzester Zeit beeindruckende Unternehmen aufbauen.
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