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13. April 2026

Warum VCs Startups suchen, die Milliarden wert werden

Über diese Episode

Als Gründer hast du es sicher schon unzählige Male gehört: Dein Startup muss ein Einhorn werden – also mehr als eine Milliarde Euro wert sein. Aber warum ist das eigentlich so? Die Antwort liegt in der Funktionsweise von Venture Capital Fonds und den Erwartungen ihrer Investoren.

Wie Venture Capital Fonds funktionieren

Um erfolgreich Geld von VCs zu bekommen, musst du verstehen, wie deren Geschäftsmodell aufgebaut ist. Venture Capital Fonds sammeln Kapital von sogenannten Limited Partners – das sind institutionelle Investoren wie Pensionsfonds, Versicherungen oder vermögende Privatpersonen. Diese Limited Partners haben klare Renditeerwartungen.

Christian Hecker von Trade Republic bringt es auf den Punkt: "Sei überzeugt, dass du eine Milliardenfirma gründest!" Diese Aussage mag zunächst übertrieben klingen, aber sie spiegelt die mathematische Realität von VC-Investments wider.

Die Mathematik hinter VC-Investments

Jenny Dreier von EQT Ventures erklärt die Grundlagen: "Im Schnitt zahlt ein Unternehmen den Fonds zurück!" Diese scheinbar simple Aussage hat weitreichende Konsequenzen für dich als Gründer.

Ein typischer VC-Fonds investiert in 20-30 Startups. Von diesen werden:

  • 70-80% scheitern oder nur geringe Renditen erzielen
  • 10-20% moderate Erfolge werden
  • 1-3% zu echten "Home Runs" werden

Diese wenigen Erfolgsgeschichten müssen die gesamten Verluste des Fonds kompensieren und gleichzeitig die erwartete Rendite für die Limited Partners generieren. Deshalb suchen VCs nach Startups mit dem Potenzial, das 100- bis 1000-fache des investierten Kapitals zurückzugeben.

Worauf VCs bei Startups achten

VCs bewerten dein Startup anhand spezifischer Kriterien:

Marktgröße und Skalierbarkeit: Dein adressierbarer Markt muss groß genug sein, um eine Milliardenbewertung zu rechtfertigen. VCs sprechen hier vom "Total Addressable Market" (TAM).

Wachstumspotenzial: Dein Geschäftsmodell muss exponentielles Wachstum ermöglichen, nicht nur lineares Wachstum.

Defensibility: Du brauchst nachhaltige Wettbewerbsvorteile – sei es durch Technologie, Netzwerkeffekte oder andere Barrieren für Konkurrenten.

Team: VCs investieren in Teams, die bereits bewiesen haben, dass sie komplexe Probleme lösen können.

Die Realität für Gründer

Diese Fonds-Struktur hat direkte Auswirkungen auf deine Fundraising-Strategie. VCs können sich nicht für "nette" Geschäfte entscheiden, die vielleicht das 5-10-fache zurückgeben. Sie brauchen die Aussicht auf das 100-fache oder mehr.

Das bedeutet aber nicht, dass dein Startup von Tag eins an perfekt sein muss. VCs investieren in das Potenzial – aber dieses Potenzial muss glaubhaft und groß genug sein.

Was du als Gründer wissen solltest

Verstehe die Limited Partner deiner Ziel-VCs. Verschiedene Fonds haben unterschiedliche Renditeerwartungen und Zeithorizonte. Ein Corporate VC hat andere Ziele als ein klassischer VC-Fonds.

Sei ehrlich über dein Marktpotenzial. Wenn dein adressierbarer Markt zu klein ist, passt du möglicherweise besser zu Business Angels oder strategischen Investoren.

Bereite dich auf die Frage vor: "Warum kann das ein Milliarden-Unternehmen werden?" Diese Frage kommt in jedem VC-Pitch, und deine Antwort entscheidet über Erfolg oder Misserfolg.

Fazit

Die Suche nach Einhorn-Startups ist keine Gier der VCs, sondern eine mathematische Notwendigkeit ihres Geschäftsmodells. Als Gründer musst du diese Logik verstehen und dein Pitch entsprechend ausrichten. Nur so kannst du erfolgreich VC-Kapital für dein Startup einwerben.

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