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18. Februar 2025

Von Softwarebude zu 9-stelligem Exit: Die SevDesk Story mit Mitgründer Fabian Silberer

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Über diese Episode

2013 als Software-Agentur gestartet, entwickelte sich SevDesk in zwölf Jahren zu einer der führenden Buchhaltungssoftwares Deutschlands mit über 130.000 Kunden und einem soliden zweistelligen Millionenumsatz. Kürzlich wurde das Unternehmen als erster großer deutscher Startup Exit 2025 für eine neunstellige Summe an Cegit verkauft.

Mitgründer Fabian Silberer gewährt in diesem Gespräch tiefe Einblicke in die Entscheidungsfindung hinter dem Verkauf und die bemerkenswerte Reise von der kleinen Software-Bude zum erfolgreichen SaaS-Unternehmen.

Von der Auftragsarbeit zum Produkt

Der Grundstein für SevDesk wurde nicht durch eine bahnbrechende Idee gelegt, sondern entwickelte sich organisch aus der Auftragsarbeit einer Software-Agentur. Aus einem spezifischen Kundenprojekt entstand die Vision für eine Buchhaltungssoftware, die später das Kernprodukt werden sollte.

Der erste zahlende Kunde markierte einen "magischen Moment" für die Gründer – der Beweis, dass sie einen echten Product-Market-Fit gefunden hatten. Von diesem Punkt an formte kontinuierliches Kundenfeedback die Produktentwicklung und half dabei, SevDesk zu der Lösung zu machen, die kleine und mittlere Unternehmen wirklich benötigten.

Bootstrapping als Fundament

In den frühen Jahren finanzierte sich SevDesk hauptsächlich durch eigene Mittel und Einnahmen aus Dienstleistungsaufträgen. Diese Bootstrapping-Phase zwang das Team zu profitablem Wachstum und einer klaren Fokussierung auf Kundenbedürfnisse – eine Erfahrung, die sich als wertvoll für die spätere Skalierung erwies.

Allerdings war der Weg nicht immer geradlinig: Die erste Finanzierungsrunde scheiterte zunächst, was die Gründer dazu zwang, alternative Wege zu finden und ihre Strategie zu überdenken.

Skalierung und Organisationswachstum

Das Wachstum von zwei Gründern auf hunderte Mitarbeitende brachte neue Herausforderungen mit sich. Besonders in den Bereichen Rekrutierung und Organisationsskalierung machte das Team wichtige Lernkurven durch. Der Standort Offenburg erwies sich dabei als überraschender Vorteil – trotz der Sorge, dort keine Talente zu finden, gelang es, ein starkes Team aufzubauen und weiterzuentwickeln.

Fabian spricht offen über die Fehler, die auf diesem Weg gemacht wurden, und die Learnings, die daraus entstanden. Besonders das interne Wachstum und die Förderung von Talenten wurden zu kritischen Erfolgsfaktoren.

Die 50-Millionen-Finanzierungsrunde von 2021

Die große Finanzierungsrunde von 50 Millionen Euro in 2021 kam zu einer Zeit günstigen Geldes und brachte sowohl Segen als auch Fluch mit sich. Während das Kapital wichtige Wachstumsinitiativen ermöglichte, erzeugte es auch neuen Druck und Erwartungen.

Fabian teilt seine Erfahrungen mit Secondaries und gibt konkrete Empfehlungen für andere Gründer, die vor ähnlichen Entscheidungen stehen.

CEO-Stress und persönliche Entwicklung

Die zwölfjährige Reise als CEO war geprägt von enormem Stress und Druck. Fabian spricht ehrlich über die psychologischen Herausforderungen der Gründerrolle und warum er sich heute nicht mehr als Manager sieht. Diese Selbsterkenntnis spielte eine wichtige Rolle in der Entscheidung, seine CEO-Position niederzulegen.

Der Exit: Timing und strategische Überlegungen

Die Entscheidung, SevDesk 2025 zu verkaufen, basierte auf mehreren strategischen Überlegungen. Der Zeitpunkt war bewusst gewählt: Zukunftsthemen wie die E-Rechnung und KI-Integration erfordern massive Investitionen und Expertise, die als Teil eines größeren Unternehmens besser realisiert werden können.

Der Verkaufsprozess selbst dauerte mehrere Monate und erforderte intensive Vorbereitung und Verhandlungen. Fabian gibt Einblicke in die Komplexität eines solchen Exits und die Faktoren, die das finale Pricing beeinflussten.

Learnings für andere Gründer

Aus zwölf Jahren Unternehmertum nimmt Fabian mehrere wichtige Erkenntnisse mit:

  • Product-Market-Fit ist fundamental – der erste zahlende Kunde zeigt, ob man auf dem richtigen Weg ist
  • Bootstrapping schafft eine solide Basis und zwingt zu profitablem Denken
  • Organisationsskalierung ist eine der größten Herausforderungen beim Wachstum
  • Der richtige Zeitpunkt für einen Exit erfordert strategisches Denken über die Zukunft der Branche
  • Persönliche Grenzen zu erkennen ist entscheidend für langfristigen Erfolg

Die SevDesk-Story zeigt, dass nachhaltiges Wachstum und ein erfolgreicher Exit möglich sind, wenn man konsequent auf Kundenbedürfnisse fokussiert bleibt und bereit ist, aus Fehlern zu lernen.

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