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29. August 2025

Vom Exit zum Vermögensaufbau: Der komplette Guide mit Jan Voss von Cape May

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Nach einem erfolgreichen Startup-Exit stehen Gründer vor einer neuen Herausforderung: Wie verwalte ich mein Vermögen richtig? Jan Voss, Gründer von Cape May und ehemaliger Goldman Sachs-Experte, hat jahrelange Erfahrung im professionellen Vermögensmanagement und als Family Office Manager. In diesem umfassenden Guide teilt er seine wichtigsten Erkenntnisse für Gründer.

Die ersten Schritte nach dem Exit: Ruhe bewahren

Der erste und wichtigste Rat von Jan: Nicht überstürzen. "Schnelle Entscheidungen sind oft falsch", erklärt er. Nach einem Exit sollten Gründer sich erst einmal Zeit nehmen, um ihre neue Situation zu durchdenken. Die Euphorie des Exits kann zu voreiligen Investitionsentscheidungen führen, die später bereut werden.

Die richtige Vermögensstrukturierung beginnt mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme der eigenen Ziele, Risikobereitschaft und des Zeithorizonts. Dabei spielt auch die steuerliche Strukturierung eine wichtige Rolle – oft macht eine Holding-Struktur Sinn, um Flexibilität und steuerliche Effizienz zu gewährleisten.

Portfolio-Konstruktion: Einfachheit gewinnt

Ein zentraler Punkt in Jans Ansatz ist die Erkenntnis, dass Komplexität meist nicht lohnt. "Einfache Lösungen sind oft die besten", betont er. ETFs spielen dabei eine wichtige Rolle, da sie kostengünstig, transparent und liquide sind.

Das von Jan entwickelte Aspirational Investor Framework hilft dabei, die richtige Balance zwischen verschiedenen Anlageklassen zu finden. Dabei geht es um die optimale Mischung zwischen:

  • Core Holdings: Stabile, kostengünstige ETFs als Basis
  • Alternatives: Ergänzende Investments für Diversifikation
  • Opportunistic Plays: Kleinere, risikoreichere Positionen

Die Kunst liegt darin, die richtige Balance zwischen Risiko und Sicherheit zu finden, ohne sich in zu vielen Nebenschauplätzen zu verlieren.

Vermögensverwaltung: Wann externe Hilfe sinnvoll ist

Nicht jeder Gründer muss sein Vermögen selbst verwalten. Jan erklärt, wann externe Hilfe sinnvoll ist und worauf bei der Auswahl von Banken und Beratern zu achten ist. Wichtige Kriterien sind:

  • Transparenz bei Gebühren und Kosten
  • Verständnis für die spezifischen Bedürfnisse von Gründern
  • Langfristige Ausrichtung statt kurzfristige Verkaufsinteressen

Die Gebührenoptimierung spielt eine entscheidende Rolle für die langfristige Performance. Auch kleine Unterschiede in den jährlichen Kosten können über Jahrzehnte zu erheblichen Unterschieden im Endvermögen führen.

Die Balance zwischen aktiv und passiv

Ein klassisches Dilemma in der Vermögensverwaltung ist die Frage: Aktives oder passives Management? Jan favorisiert einen pragmatischen Ansatz, der stark vom Vanguard-Ansatz inspiriert ist. Die Grundphilosophie: Ein Großteil des Portfolios sollte passiv in kostengünstige, breit diversifizierte ETFs investiert werden.

Aktives Management kann in spezifischen Bereichen Sinn machen, sollte aber die Ausnahme bleiben. Die meisten aktiven Manager schaffen es langfristig nicht, den Markt zu schlagen – nach Abzug ihrer Gebühren.

Psychologie: Weniger ist oft mehr

Ein oft unterschätzter Aspekt des Vermögensmanagements ist die psychologische Komponente. Jan betont: "Weniger ist oft mehr." Zu viele Positionen, zu komplexe Strategien und zu häufige Änderungen führen meist zu schlechteren Ergebnissen.

Gründer neigen dazu, ihre Erfolgsstrategien aus dem Startup-Bereich auf das Vermögensmanagement übertragen zu wollen. Doch während im Unternehmertum oft Geschwindigkeit und Risiko belohnt werden, gelten im Vermögensmanagement andere Regeln: Geduld, Disziplin und Einfachheit.

Die 3%-Regel für nachhaltigen Vermögenserhalt

Für die langfristige Strategie empfiehlt Jan die 3%-Regel: Wer jährlich nicht mehr als 3% seines Vermögens entnimmt, kann sein Kapital langfristig erhalten und gleichzeitig einen komfortablen Lebensstil finanzieren. Diese Regel berücksichtigt Inflation, Steuern und Marktvolatilität.

Die richtige Vermögensstrukturierung sollte diese Entnahmestrategie von Anfang an berücksichtigen. Das bedeutet: Eine Balance zwischen wachstumsorientierten und einkommensorientierten Investments.

Fazit: Der Weg zu professionellem Vermögensmanagement

Jans wichtigste Erkenntnisse lassen sich auf eine einfache Formel bringen: Ruhe bewahren, einfach bleiben, langfristig denken. Erfolgreiche Gründer müssen lernen, dass Vermögensmanagement ein Marathon ist, kein Sprint.

Die wichtigsten Schritte nach dem Exit:

  1. Zeit nehmen für strategische Planung
  2. Steuerliche Struktur optimieren
  3. Einfaches, diversifiziertes Portfolio aufbauen
  4. Gebühren minimieren
  5. Langfristige Entnahmestrategie definieren

Wer diese Grundprinzipien befolgt, legt den Grundstein für nachhaltigen Vermögensaufbau und finanzielle Unabhängigkeit.

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