13. April 2026
Vom CERN Forscher zum Deep-Tech CEO: Wie ein Physik Nerd ein Multimillionen-Startup gründet - mit Terra Quantum Gründer Markus Pflitsch
Über diese Episode
Terra Quantum hat eine der größten Deep Tech Finanzierungsrunden Europas abgeschlossen: 75 Millionen Euro Series A. Doch wofür genau? Und was steckt hinter dem Hype um Quantum Computing? Markus Pflitsch, ehemaliger CERN-Forscher und Gründer von Terra Quantum, erklärt im Unicorn Bakery Podcast, wie aus jahrzehntelanger Beratungserfahrung und Quantenphysik ein Multimillionen-Startup entstanden ist.
Quantum as a Service: Die Brücke zur Zukunft
Das Kernkonzept von Terra Quantum lässt sich mit "Quantum as a Service" beschreiben. Da die benötigten Quantenchips noch nicht mit der erforderlichen Leistung verfügbar sind, simuliert das Unternehmen diese Chips, um Quantenalgorithmen bereits heute anwendbar zu machen. Eine clevere Lösung für ein Timing-Problem: Die Theorie ist da, die Hardware noch nicht.
Markus erklärt die praktischen Anwendungen von Quantum Computing jenseits der komplexen Physik. Es geht um die Lösung von Optimierungsproblemen, die mit klassischen Computern an ihre Grenzen stoßen. Quantencomputer können theoretisch Millionen von Kosten einsparen, indem sie komplexe Berechnungen in Bereichen wie Logistik, Finanzmodellierung oder Medikamentenentwicklung revolutionieren.
Die Parallelen zwischen Quantum Computing und KI
Ein faszinierender Aspekt des Gesprächs sind die Parallelen zwischen Quantum Computing und Künstlicher Intelligenz. Beide Technologien ergänzen sich und könnten in Zukunft synergetisch wirken. Während KI bereits heute praktische Anwendungen findet, steht Quantum Computing noch am Anfang seiner kommerziellen Nutzung.
Die Zusammenarbeit beider Technologien könnte neue Dimensionen der Problemlösung eröffnen. Quantenalgorithmen könnten KI-Modelle exponentiell beschleunigen, während KI dabei hilft, die komplexen Quantensysteme zu optimieren und zu steuern.
Deep Tech aus Deutschland: Herausforderungen und Chancen
Markus teilt seine Erfahrungen zum Aufbau von Deep Tech Startups in Deutschland. Die größte Herausforderung liegt in der Market Education: Potenzielle Kunden müssen erst verstehen, wofür sie Quantum Computing überhaupt brauchen könnten. Das erfordert intensive Aufklärungsarbeit und maßgeschneiderte Use Cases.
Bei der Preisgestaltung geht Terra Quantum individuell vor. Jeder Use Case wird spezifisch behandelt, da die Anwendungen stark variieren können. Diese Flexibilität ist entscheidend in einem Markt, der sich noch in der Entwicklungsphase befindet.
Die Investoren-Frage: Warum die richtige Wahl entscheidend ist
Für Deep Tech Startups ist die Auswahl der richtigen Investoren besonders kritisch. Sie müssen nicht nur Kapital, sondern auch Verständnis für lange Entwicklungszyklen und komplexe Technologien mitbringen. Markus betont, wie wichtig es ist, Investoren zu finden, die die Vision teilen und Geduld für die Marktentwicklung haben.
Was passiert, wenn die Quantenchips verfügbar werden?
Eine interessante Frage ist, was mit Terra Quantums Geschäftsmodell passiert, wenn echte Quantenchips mit ausreichender Leistung verfügbar werden. Markus sieht dies nicht als Bedrohung, sondern als Chance. Das Unternehmen positioniert sich als Brücke zwischen der heutigen Simulation und der zukünftigen Hardware-Realität.
Tipps für Deep Tech Gründer
Markus' wichtigste Ratschläge für Deep Tech Gründer:
- –Geduld und lange Entwicklungszyklen einplanen
- –Früh mit der Market Education beginnen
- –Die richtigen Investoren mit Deep Tech Verständnis finden
- –Flexibel bei Use Cases und Preismodellen bleiben
- –Ein starkes technisches Team aufbauen
Der Blick auf den globalen Deep Tech Markt
Im Vergleich der Märkte DACH, Europa und Amerika sieht Markus unterschiedliche Dynamiken. Während Amerika oft schneller bei der Kommerzialisierung ist, haben europäische Deep Tech Startups oft eine solidere technische Basis. Deutschland punktet mit starker Forschung, muss aber bei der Umsetzung aufholen.
Terra Quantum zeigt, dass es möglich ist, aus Deutschland heraus ein globales Deep Tech Startup aufzubauen. Mit der richtigen Mischung aus wissenschaftlicher Exzellenz, unternehmerischem Mut und strategischer Planung können auch komplexe Technologien wie Quantum Computing ihren Weg in den Markt finden.
Die 75 Millionen Euro Series A sind dabei nur der Anfang einer Reise, die das Potenzial hat, ganze Industrien zu transformieren.
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