13. Juni 2025
The New Way of Building a Venture Capital Firm (with Nebular General Partner Finn Murphy)
Über diese Episode
Als Solo General Partner bei Nebular hat Finn Murphy eine klare Mission: 12-18 Monate vor dem Markt in die Trends der Zukunft investieren. Im Gespräch mit Mike Mahlkow erklärt er, wie er aufstrebende Bereiche wie KI, Robotik, weltraumbasierte Rechenzentren und Quantencomputing identifiziert und warum Neugier der Schlüssel zu seinem Erfolg ist.
Die Nebular-Philosophie: Investieren vor dem Hype
Finn Murphy verfolgt bei Nebular einen besonderen Ansatz: Er investiert bewusst 12-18 Monate bevor Trends zum Mainstream werden. Dabei konzentriert sich der Fonds auf Early-Stage-Startups in den Pre-Seed- und Seed-Phasen. "Es geht darum, die Gründer zu finden, die an den wirklich zukunftsweisenden Ideen arbeiten, bevor alle anderen darauf aufmerksam werden", erklärt Murphy.
Der Fokus liegt auf technologischen Durchbrüchen in Bereichen wie KI-Anwendungen, Edge Computing, Robotik und sogar so futuristischen Konzepten wie weltraumbasierten Rechenzentren. Dabei ist nicht nur die Technologie entscheidend, sondern vor allem die Gründer, die diese vorantreiben.
Trends erkennen durch intellektuelle Neugier
Wie erkennt man als Investor Trends, bevor sie offensichtlich werden? Für Murphy ist intellektuelle Neugier der Schlüssel. Er taucht tief in neue Technologien ein und versucht zu verstehen, welche Anwendungsfälle in 18 Monaten relevant werden könnten.
"Man muss bereit sein, sich in Nischenbereiche einzuarbeiten, die heute noch wenig erforscht sind", betont Murphy. Dabei geht es nicht nur um das Verstehen der Technologie selbst, sondern auch um die Bewertung der Gründer, die in diesen unerforschten Gebieten arbeiten.
Die Herausforderungen als Solo GP
Als Solo General Partner steht Murphy vor besonderen Herausforderungen. Er muss sowohl das Fundraising für seinen Fonds managen als auch seine Portfolio-Unternehmen unterstützen. "Das Schwierigste ist die Balance zwischen der strategischen Arbeit am Fonds und der operativen Unterstützung der Gründer", erklärt er.
Trotz der Herausforderungen sieht Murphy auch klare Vorteile in seinem Solo-Ansatz: schnellere Entscheidungen, direktere Beziehungen zu den Gründern und die Möglichkeit, seinen eigenen Investment-Stil konsequent umzusetzen. Der Aufbau von Vertrauen zu den Gründern steht dabei im Mittelpunkt – sowohl für das Gewinnen von Deals als auch für langfristige Partnerschaften.
Europa vs. USA: Unterschiedliche Startup-Ökosysteme
Ein wichtiger Teil des Gesprächs dreht sich um die Unterschiede zwischen den europäischen und amerikanischen Startup-Ökosystemen. Murphy beobachtet deutliche Unterschiede in der Finanzierung, Risikobereitschaft und der Mentalität der Gründer.
"Amerikanische Investoren unterstützen Gründer tendenziell früher und gehen größere Risiken ein als ihre europäischen Kollegen", stellt Murphy fest. Diese Unterschiede haben direkte Auswirkungen darauf, welche Gründer in Europa bleiben sollten und welche den Sprung in die USA wagen sollten.
Die Entscheidung hängt oft von der Art des Unternehmens, dem Markt und den persönlichen Zielen des Gründers ab. Während Europa für bestimmte B2B-Modelle und regulierte Märkte Vorteile bietet, ist die USA oft unumgänglich für Unternehmen, die schnell global skalieren wollen.
Partnerschaft statt Bevormundung
Murphys Philosophie in der Zusammenarbeit mit Gründern ist klar: Er versteht sich als Partner, nicht als jemand, der Lösungen aufzwingt. "Die besten Gründer wissen meist selbst am besten, was ihr Unternehmen braucht. Meine Rolle ist es, sie dabei zu unterstützen und die richtigen Fragen zu stellen."
Dabei ist Selbstverantwortung der Gründer entscheidend. Murphy glaubt daran, dass erfolgreiche Gründer sich selbst zur Rechenschaft ziehen und aktiv Vertrauen zu ihren Investoren aufbauen müssen.
Talent und Unternehmenskultur als Erfolgsfaktoren
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Bedeutung von Eigenverantwortung und Equity bei der Gewinnung und Bindung von Top-Talenten. Murphy betont, dass die Schaffung einer Hochleistungskultur für den Startup-Erfolg unerlässlich ist.
"Es geht nicht nur um das Gehalt, sondern um echte Beteiligung am Erfolg des Unternehmens", erklärt er. Die richtige Balance zwischen Gehalt und Equity-Beteiligung kann entscheidend dafür sein, ob ein Startup die besten Talente gewinnt und langfristig motiviert hält.
Finn Murphys Ansatz bei Nebular zeigt, dass erfolgreiches Venture Capital mehr ist als nur Geld zu investieren. Es erfordert tiefes technisches Verständnis, die Fähigkeit, Trends früh zu erkennen, und vor allem den Aufbau echter Partnerschaften mit den Gründern der Zukunft.
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