13. April 2026
So wirst du in deiner Firma als herausragende Führungskraft wahrgenommen – Anna Gottschalg, Leadership Sprouts & Brafe Space
Über diese Episode
Irgendwann trifft es jeden Gründer: Das Team wächst rasant, die Organisation wird komplexer und plötzlich entstehen Probleme, die sich nicht mehr durch reine Willenskraft lösen lassen. Der Grund ist oft derselbe: unzureichende Führungskompetenzen der Gründer selbst.
Anna Gottschalg, ehemalige Head of People bei trivago und Gründerin von Leadership Sprouts, kennt diese Herausforderungen aus erster Hand. Im Gespräch mit Fabian erklärt sie, wie Gründer ihre Führungsqualitäten entwickeln und dabei gleichzeitig eine starke Unternehmenskultur aufbauen können.
Die Grenzen des schnellen Wachstums
Beim rasanten Wachstum stoßen Gründer häufig an ihre Grenzen. Was gestern noch funktionierte, bricht heute unter der Last der gestiegenen Komplexität zusammen. Teams werden größer, Prozesse unübersichtlicher und die direkte Kontrolle schwindet.
Viele Gründer versuchen dann, operative Probleme durch mehr Recruiting zu lösen. Doch das ist oft ein Trugschluss. Ohne klare Führungsstrukturen und eine durchdachte Organisationsstrategie werden neue Mitarbeiter das Problem nicht lösen, sondern möglicherweise sogar verstärken.
Die Balance zwischen operativem Geschäft und Vision
Eine der größten Herausforderungen für Gründer ist es, die richtige Balance zwischen operativem Tagesgeschäft und der strategischen Arbeit an Vision und Unternehmensentwicklung zu finden. Viele bleiben zu lange in operativen Details gefangen und vernachlässigen dabei ihre eigentliche Rolle als Visionäre.
Der richtige Zeitpunkt, sich mehr auf Vision und Strategie zu fokussieren, kommt meist früher als gedacht. Sobald das Team eine gewisse Größe erreicht hat und grundlegende Prozesse etabliert sind, sollten Gründer beginnen, sich schrittweise aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen.
Was bedeutet es konkret, visionär und strategisch zu arbeiten? Es heißt, den Blick auf das große Ganze zu richten, langfristige Ziele zu definieren und die Weichen für die Zukunft des Unternehmens zu stellen, anstatt sich in täglichen Kleinigkeiten zu verlieren.
Unternehmenskultur verstehen und gestalten
Unternehmenskultur ist mehr als nur ein Buzzword – aber sie ist auch nicht das, was viele darunter verstehen. Es geht nicht um Tischkicker im Büro oder kostenlose Getränke. Echte Unternehmenskultur entsteht durch gelebte Werte, klare Kommunikation und konsistentes Verhalten der Führungskräfte.
Um die Grundlage für eine Wunschkultur zu schaffen, braucht es zunächst Klarheit darüber, welche Werte das Unternehmen verkörpern soll. Diese müssen dann konsequent vorgelebt und in allen Entscheidungen berücksichtigt werden. Kultur geschieht nicht von heute auf morgen – sie ist ein langfristiger Prozess, der Geduld und Konsequenz erfordert.
Führungsstile verstehen und situativ anwenden
Es gibt verschiedene Führungsstile, und jeder hat seine Berechtigung – je nach Situation und Reifegrad des Teams. Die Kunst liegt darin, den passenden Stil zur richtigen Zeit anzuwenden:
- –Direktiver Stil: Sinnvoll bei neuen Teams oder in Krisensituationen, wenn schnelle Entscheidungen gefragt sind
- –Unterstützender Stil: Ideal für motivierte Teams, die Anleitung benötigen
- –Partizipativer Stil: Funktioniert gut bei erfahrenen Teams, die Verantwortung übernehmen können
- –Delegierender Stil: Für hochqualifizierte und selbstständige Mitarbeiter
Erfolgreiche Führungskräfte wechseln situativ zwischen diesen Stilen und passen sich den Bedürfnissen ihres Teams an. Starr an einem Stil festzuhalten, führt oft zu Problemen.
Der Weg zur herausragenden Führungskraft
Wer als herausragende Führungskraft wahrgenommen werden möchte, muss bereit sein, kontinuierlich an sich zu arbeiten. Das bedeutet:
- –Ehrliches Feedback einholen und annehmen
- –Die eigenen Stärken und Schwächen kennen
- –Sich bewusst weiterentwickeln und neue Führungskompetenzen erlernen
- –Konsistent in Worten und Taten sein
- –Das Team zu befähigen, anstatt es zu kontrollieren
Führung ist keine angeborene Eigenschaft, sondern ein Handwerk, das erlernt und perfektioniert werden kann. Gründer, die das verstehen und entsprechend handeln, haben die besten Chancen, ihr Unternehmen erfolgreich zu skalieren und dabei eine starke, nachhaltige Organisation aufzubauen.
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