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13. April 2026

So bringt dein Board dir endlich den Mehrwert, den du dir erhoffst: Board Management Playbook von Josef Brunner

Über diese Episode

Das Board of Directors kann für Gründer entweder ein mächtiges Instrument für den Unternehmenserfolg sein – oder eine frustrierende Belastung. Josef Brunner, Seriengründer mit vier erfolgreichen Exits und aktuell Chairman von NutriUnited, bringt es auf den Punkt: "Der CEO muss das Board aktiv managen, anstatt sich managen zu lassen."

Aus seiner jahrelangen Erfahrung als Gründer und Chairman verrät Josef konkrete Taktiken, wie du dein Board strategisch aufbaust und dessen volles Potenzial ausschöpfst.

Was macht ein vernünftiges Board aus?

Viele Gründer betrachten ihr Board eher als notwendiges Übel denn als strategischen Vorteil. Josef sieht das anders: Ein richtig zusammengestelltes und geführtes Board kann den entscheidenden Unterschied für den Unternehmenserfolg machen.

"Ein vernünftiges Board ist divers und komplementär aufgestellt", erklärt Josef. Das bedeutet nicht nur demografische Vielfalt, sondern vor allem unterschiedliche Expertise und Perspektiven. Während ein Board-Mitglied vielleicht tiefe Branchenkenntnisse mitbringt, sollte ein anderes operative Exzellenz aus anderen Sektoren einbringen.

Die Kunst liegt darin, Board-Mitglieder zu finden, die sich gegenseitig ergänzen und gemeinsam blinde Flecken aufdecken, die du als CEO möglicherweise hast. Ein effektives Board fungiert als kritischer Sparringspartner, der dich herausfordert und gleichzeitig unterstützt.

Boardgestaltung & High Performing Boards: Die Grundlagen

Die Zusammenstellung eines High Performing Boards beginnt mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme: Welche Kompetenzen fehlen dir und deinem Team? Welche strategischen Herausforderungen stehen bevor?

Josef empfiehlt, bei der Board-Rekrutierung strategisch vorzugehen:

Expertise mapping: Identifiziere zunächst die Bereiche, in denen dein Unternehmen Unterstützung benötigt – sei es Go-to-Market, Internationalisierung, oder spezifische Branchen-Expertise.

Komplementäre Persönlichkeiten: Achte darauf, dass die Board-Mitglieder verschiedene Denkansätze und Arbeitsstile mitbringen. Ein zu homogenes Board führt zu Groupthink.

Aktive Contributors: Suche Board-Mitglieder, die bereit sind, aktiv beizutragen – nicht nur bei Meetings, sondern auch zwischen den Sitzungen mit Rat und Kontakten.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die richtige Größe. Josef warnt vor zu großen Boards: "Zu viele Köche verderben den Brei. Ein Board mit 5-7 Mitgliedern ist meist optimal für effektive Diskussionen und Entscheidungsfindung."

Strukturierte Pre-Reads und effektive Board Meetings

Der Unterschied zwischen produktiven und verschwendeten Board Meetings liegt oft in der Vorbereitung. Josef schwört auf strukturierte Pre-Reads – Dokumente, die mindestens 48 Stunden vor dem Meeting an alle Board-Mitglieder verschickt werden.

"Die Pre-Reads sollten die wichtigsten KPIs, Herausforderungen und strategischen Fragen enthalten", erklärt Josef. "Das Meeting selbst ist dann für Diskussion und Entscheidungsfindung da, nicht für das Präsentieren von Zahlen."

Effektive Board Meetings folgen einer klaren Struktur:

Executive Summary: Kurzer Überblick über die aktuelle Lage • Deep Dive Topics: 2-3 strategische Themen, die intensive Diskussion erfordern • Decision Items: Konkrete Entscheidungen, die getroffen werden müssen • Action Items: Klare nächste Schritte mit Verantwortlichkeiten

Josef betont: "Als CEO musst du die Agenda kontrollieren. Du entscheidest, worüber diskutiert wird und steuerst die Diskussion in produktive Bahnen."

Der CEO als aktiver Board-Manager

Viele Gründer machen den Fehler, sich vom Board lenken zu lassen, anstatt es aktiv zu führen. Josef sieht das als fundamentalen Denkfehler: "Du als CEO bist nicht nur Geschäftsführer, sondern auch Board-Manager. Du musst proaktiv das Board orchestrieren."

Das bedeutet konkret:

Zwischen den Meetings aktiv sein: Regelmäßige Updates, individuelle Gespräche mit Board-Mitgliedern und das Einbeziehen in wichtige Entscheidungen außerhalb der formellen Sitzungen.

Klare Erwartungen kommunizieren: Jedes Board-Mitglied sollte genau wissen, welchen Beitrag von ihm erwartet wird – sei es in Form von Expertise, Netzwerk oder operativer Unterstützung.

Feedback-Kultur etablieren: Sowohl das Geben als auch das Empfangen von konstruktivem Feedback sollte zur Board-Kultur gehören.

Fazit: Das Board als strategischer Accelerator

Josef Brunners Erfahrungen zeigen: Ein richtig aufgebautes und geführtes Board kann zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden. Es geht nicht darum, das Board zu besänftigen oder zu beeindrucken, sondern es als strategisches Instrument zu nutzen.

"Das beste Board ist eines, das dich als CEO herausfordert, aber gleichzeitig voll hinter der Vision steht", fasst Josef zusammen. Mit den richtigen Mitgliedern, strukturierten Prozessen und aktivem Management wird dein Board vom notwendigen Übel zum kraftvollen Accelerator für den Unternehmenserfolg.

Die Investition in ein effektives Board Management zahlt sich langfristig aus – sowohl für das Unternehmen als auch für deine Entwicklung als CEO.

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