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13. April 2026

Shorts 05 | Adrian Locher: Worüber identifizierst du dich?

Über diese Episode

"Es ist nicht gesund sich über seine Firma zu identifizieren." Diese klare Aussage von Adrian Locher, Gründer von Merantix, bringt ein fundamentales Problem vieler Entrepreneurs auf den Punkt.

Die Identitätsfalle für Gründer

Viele Gründer machen den Fehler, ihre persönliche Identität vollständig mit dem Erfolg oder Misserfolg ihres Unternehmens zu verknüpfen. Wenn das Startup floriert, fühlen sie sich großartig. Stürzt das Unternehmen ab, bricht für sie eine Welt zusammen. Diese emotionale Abhängigkeit ist nicht nur ungesund – sie kann auch geschäftsschädigend sein.

Das Problem liegt auf der Hand: Wenn die eigene Identität von etwas abhängig ist, was wir nur bedingt beeinflussen können, dann wird es uns auch schlecht gehen, wenn es der Firma nicht gut geht. Märkte ändern sich, Kunden springen ab, Investoren ziehen sich zurück – all das sind Faktoren, die außerhalb unserer vollständigen Kontrolle liegen.

Adrian Lochers Ansatz zur Identitätsfindung

Adrian Locher hat als erfahrener Gründer von Merantix eine bewusste Herangehensweise entwickelt, um nicht in diese psychologische Falle zu tappen. Seine Strategie basiert darauf, eine klare Trennung zwischen der Person und dem Unternehmen zu ziehen.

Statt sich ausschließlich über die Firma zu definieren, empfiehlt Locher, die eigene Identität auf stabileren Fundamenten aufzubauen. Dazu gehören:

  • Persönliche Werte und Prinzipien, die unabhängig vom Unternehmenserfolg bestehen
  • Beziehungen zu Familie und Freunden außerhalb des Business-Kontexts
  • Hobbys und Interessen, die nichts mit der Arbeit zu tun haben
  • Persönliche Entwicklung und Lernen als eigenständige Ziele

Warum diese Trennung essentiell ist

Eine gesunde Distanz zur eigenen Firma hat mehrere Vorteile:

Bessere Entscheidungsfindung: Wer emotional weniger involviert ist, kann objektiver und rationaler entscheiden. Manchmal bedeutet das auch, schwere Entscheidungen wie einen Pivot oder sogar die Einstellung des Unternehmens zu treffen.

Mentale Gesundheit: Die Höhen und Tiefen des Gründerlebens werden weniger extrem, wenn sie nicht die gesamte Identität erschüttern. Das reduziert Stress und beugt Burnout vor.

Langfristige Perspektive: Gründer mit einer ausgewogenen Identität denken langfristiger und lassen sich weniger von kurzfristigen Rückschlägen aus der Bahn werfen.

Praktische Umsetzung im Gründeralltag

Wie kann man als Gründer eine gesunde Distanz entwickeln? Es beginnt mit der bewussten Reflexion: Wer bin ich jenseits meines Unternehmens? Was macht mich als Person aus? Diese Fragen sollten regelmäßig gestellt und beantwortet werden.

Zudem hilft es, bewusst Zeit für Aktivitäten einzuplanen, die nichts mit dem Business zu tun haben. Sport, Zeit mit der Familie, kulturelle Aktivitäten – all das stärkt andere Aspekte der Persönlichkeit.

Fazit

Adrian Lochers Rat mag zunächst kontraintuitiv erscheinen. Schließlich erwarten wir von Gründern totale Hingabe und Leidenschaft für ihr Projekt. Doch gerade diese extreme Identifikation kann zur Achillesferse werden. Eine gesunde Balance zwischen Engagement und emotionaler Distanz ist nicht nur für die persönliche Gesundheit wichtig, sondern macht letztendlich auch bessere Unternehmer aus uns.

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