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13. April 2026

Produktentwicklung auslagern als Joint Venture - Seatable macht es vor

Über diese Episode

Als Gründer stehst du oft vor der Herausforderung, dich auf alle Unternehmensbereiche gleichzeitig fokussieren zu müssen. Produktentwicklung, Marketing, Vertrieb – alles will deine Aufmerksamkeit. Doch was, wenn du dich bewusst auf bestimmte Bereiche konzentrierst und andere Teile des Geschäfts auslagerst?

Christoph Dyllick-Brenzinger und sein Bruder haben mit Seatable einen unkonventionellen Weg gewählt: Sie setzen auf einen Entwicklungspartner in China und konzentrieren sich hauptsächlich auf Marketing und Vertrieb. Diese Strategie zeigt, dass es auch für Tech-Startups Sinn machen kann, die Produktentwicklung und das operative Geschäft zu trennen.

Warum Seatable auf eine Kooperation mit China setzt

Die Entscheidung für eine internationale Partnerschaft war für Seatable strategisch durchdacht. Anstatt selbst ein großes Entwicklungsteam aufzubauen, nutzen die Gründer die Expertise und Ressourcen ihres chinesischen Partners. Diese Arbeitsteilung ermöglicht es ihnen, sich voll auf ihre Stärken zu konzentrieren: die Marktbearbeitung und den Aufbau von Kundenbeziehungen.

Der Ansatz bringt allerdings auch Herausforderungen mit sich. Sprach- und Kulturunterschiede müssen gemeistert werden, und die Koordination über verschiedene Zeitzonen hinweg erfordert klare Strukturen und Prozesse.

Wann kann Produktverantwortung abgegeben werden?

Eine zentrale Frage für jeden Gründer ist: Ab wann kann ich Produktverantwortung abgeben? Seatable zeigt, dass dies bereits früh im Unternehmensleben möglich sein kann, wenn die richtigen Partner und Strukturen vorhanden sind.

Entscheidend ist dabei, dass du als Gründer weiterhin eng in den Feedback- und Entwicklungsprozess eingebunden bleibst. Die Kundenrückmeldungen müssen gefiltert und priorisiert werden, damit die richtigen Produktentscheidungen getroffen werden können.

Marketing-Erfolg durch TikTok

Ein besonders interessanter Aspekt von Seatables Strategie ist ihr Erfolg auf TikTok. Die Plattform hat dem Unternehmen ungeahnte Reichweite beschert und konkrete Geschäftsvorteile gebracht. Dies zeigt, wie wichtig es ist, neue Marketingkanäle zu erkunden und zu testen.

Neben TikTok nutzt Seatable verschiedene Vertriebskanäle und hat einen durchdachten Marketing-Funnel entwickelt. SEA und SEO spielen ebenfalls eine Rolle in ihrer Gesamtstrategie.

Herausforderungen internationaler Kooperationen

Die Zusammenarbeit mit einem internationalen Partner bringt spezifische Herausforderungen mit sich:

  • Kulturelle Unterschiede: Verschiedene Arbeitsweisen und Kommunikationsstile müssen verstanden und respektiert werden
  • Sprachbarrieren: Klare Kommunikation ist essentiell, um Missverständnisse zu vermeiden
  • Zeitverschiebung: Meetings und Abstimmungen müssen sorgfältig geplant werden
  • Rechtliche Aspekte: Internationale Verträge und Regelungen müssen beachtet werden

Feedback sammeln und filtern

Ein kritischer Erfolgsfaktor ist das systematische Sammeln und Filtern von Kundenfeedback. Seatable hat hier Prozesse entwickelt, um die relevanten Rückmeldungen zu identifizieren und in die Produktentwicklung einfließen zu lassen. Nicht jedes Feedback führt automatisch zu Änderungen – es muss strategisch bewertet werden.

Learnings für andere Startups

Seatables Ansatz zeigt mehrere wichtige Erkenntnisse für andere Gründer:

Fokussierung zahlt sich aus: Indem sich die Gründer auf Marketing und Vertrieb konzentrieren, können sie in diesen Bereichen excellieren, anstatt ihre Energie zu verzetteln.

Partnerschaften können beschleunigen: Ein erfahrener Entwicklungspartner kann die Time-to-Market verkürzen und Ressourcen effizienter nutzen.

Neue Kanäle bringen Überraschungen: Der TikTok-Erfolg war nicht geplant, zeigt aber den Wert des Experimentierens mit verschiedenen Marketingansätzen.

Strukturen sind entscheidend: Internationale Kooperationen funktionieren nur mit klaren Prozessen und regelmäßiger Kommunikation.

Der Weg von Seatable beweist, dass es verschiedene erfolgreiche Modelle für Tech-Startups gibt. Die bewusste Trennung von Produktentwicklung und Marktbearbeitung kann eine valide Strategie sein – vorausgesetzt, die richtigen Partner und Strukturen sind vorhanden.

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