13. April 2026
Nicolas Hartmann, vly: Wie aus 2 Jahren Entwicklung 3,5 Millionen Liter Erbsenmilch wurden
Über diese Episode
Nicolas Hartmann hat mit vly bewiesen, dass Foodtech-Startups andere Regeln spielen als Software-Unternehmen. Nach zwei Jahren intensiver Produktentwicklung und 18 Monaten im Handel hat sein Erbsenmilch-Startup bereits 3,5 Millionen Liter verkauft – ein beeindruckender Beweis dafür, dass der Markt für Milchalternativen hungrig nach Innovation ist.
Der steinige Weg zur perfekten Formel
Was bei Software-Startups oft mit einem MVP in wenigen Wochen beginnt, dauerte bei vly zwei Jahre. Nicolas und sein Team steckten diese Zeit komplett in die Produktentwicklung – finanziert aus eigener Tasche bis kurz vor dem Launch. "Die Entwicklung eines Foodtech-Startups unterscheidet sich fundamental von Software", erklärt Nicolas die Herausforderungen.
Der erste Prototyp war ein Rückschlag. Doch anstatt aufzugeben, arbeitete das Team eng mit Professoren und Universitäten zusammen, um die Formel zu perfektionieren. Diese wissenschaftliche Herangehensweise zahlte sich aus: vly wurde zur Milchalternative aus Erbsenprotein, die heute als "neuer Hit der Milchalternativen" gilt.
Vom Labor in den Supermarkt
Nach dem Launch entwickelte sich vly rasant: Bereits nach 10 Monaten war die erste Million Liter verkauft. Heute steht das Produkt in über 10.000 Supermarkt-Platzierungen. Diese Skalierung erforderte eine durchdachte Strategie zwischen Online-Vertrieb und stationärem Handel.
Die Aufteilung zwischen Onlineshop und Supermarkt zeigt die Bedeutung verschiedener Vertriebskanäle im Foodtech-Bereich. Während der direkte Kundenkontakt über den eigenen Shop wertvollen Feedback liefert, ermöglicht der Supermarkt-Vertrieb die nötige Reichweite für Millionen-Liter-Absätze.
Finanzierung und Wachstumsstrategie
Das Timing der ersten Finanzierung war entscheidend. vly hat inzwischen eine siebenstellige Finanzierung aufgenommen, um das Wachstum zu finanzieren. Besonders die Warenfinanzierung spielt bei Foodtech-Startups eine kritische Rolle – ein Aspekt, der bei Software-Unternehmen kaum relevant ist.
Nicolas setzt dabei auf offene Kommunikation mit allen Parteien im Hinblick auf die Liquiditätsplanung. Diese Transparenz hilft, Vertrauen aufzubauen und rechtzeitig auf Herausforderungen zu reagieren.
Produktqualität vor Marketing-Hype
Ein zentraler Erfolgsfaktor von vly ist die Fokussierung auf Produktqualität. "Passion fürs Produkt und Produktqualität übertrumpfen Marketing", fasst Nicolas die Philosophie zusammen. Diese Herangehensweise unterscheidet erfolgreiche Foodtech-Startups von reinen Marketing-getriebenen Produkten.
Die Abwägung zwischen Premium-Positionierung und breiter Masse bleibt eine strategische Herausforderung. vly hat sich für einen Weg entschieden, der Qualität nicht zugunsten der Masse kompromittiert.
Lessons Learned für Foodtech-Gründer
Nicolas' Erfahrung mit vly zeigt mehrere wichtige Erkenntnisse für Foodtech-Startups:
- –Produktentwicklung dauert länger und kostet mehr als erwartet
- –Die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Partnern ist entscheidend
- –Rückschläge gehören dazu – Durchhaltevermögen ist essentiell
- –Verschiedene Vertriebskanäle erfordern unterschiedliche Strategien
- –Warenfinanzierung ist ein kritischer Erfolgsfaktor
- –Direkter Kundenkontakt liefert wertvolles Feedback für die Produktentwicklung
Mit 3,5 Millionen verkauften Litern hat vly bewiesen, dass der deutsche Markt bereit für innovative Milchalternativen ist. Nicolas Hartmanns Weg zeigt, dass Foodtech-Gründer mit der richtigen Mischung aus wissenschaftlicher Gründlichkeit, strategischer Finanzierung und kundenorientierter Produktentwicklung auch in diesem anspruchsvollen Markt erfolgreich sein können.
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