15. April 2025
Nach 100 Millionen Exit: wie diese Gründerin den Spagat zwischen Investorin & Unternehmerin schafft
Über diese Episode
Anna Alex ist eine der bekanntesten deutschen Serial Entrepreneurinnen. Nach erfolgreichen Exits mit Outfittery und Planetly hat sie einen neuen Weg eingeschlagen: Als Founding Angel bei Nala Earth kombiniert sie operative Arbeit mit strategischer Investmentrolle. Im Gespräch erklärt sie, wie dieses Setup funktioniert und warum Naturschutz der nächste große Business Case ist.
Secondaries: Der unterschätzte Gamechanger für Gründer
Ein zentrales Thema für Anna ist die strategische Nutzung von Secondaries. "Gründer sollten frühzeitig Secondaries in Betracht ziehen, um Risiko zu minimieren und langfristig groß denken zu können", erklärt sie. Diese Teil-Exits ermöglichen es Foundtern, einen Teil ihrer Anteile zu verkaufen, ohne das Unternehmen komplett zu verlassen.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Gründer können finanzielle Sicherheit schaffen und gleichzeitig motiviert bleiben, nachhaltige Unternehmen aufzubauen. Statt alles auf eine Karte zu setzen, schaffen Secondaries Spielraum für langfristige Entscheidungen und reduzieren den Druck auf schnelle Exits.
Das Founding Angel Model: Operational ohne Geschäftsführung
Bei Nala Earth hat Anna ein innovatives Setup gewählt: Als Founding Angel bleibt sie operativ aktiv, ohne Geschäftsführungsverantwortung zu übernehmen. Dieses Modell bietet mehrere Vorteile für beide Seiten.
Für Gründer bedeutet es: Man kann innovative Unternehmen effizient aufbauen, während man gleichzeitig Freiheiten für Familie und andere Projekte behält. Für Investoren ist es attraktiv, weil erfahrene Entrepreneure ihr operatives Know-how einbringen, ohne langfristig gebunden zu sein.
"Es geht um die Balance zwischen Arbeitszeit und Anteilen", so Anna. "Man muss nicht immer 100% Vollzeit arbeiten, um wertvollen Beitrag zu leisten."
Nala Earth: Warum 50% des globalen GDP von der Natur abhängen
Mit Nala Earth fokussiert sich Anna auf ein oft übersehenes Risiko: die Abhängigkeit von Unternehmen von intakter Natur. Tatsächlich hängen 50% des globalen GDP von funktionierenden Ökosystemen ab.
"Unternehmen gehen massive Risiken ein, wenn sie ihre Abhängigkeiten von Ressourcen wie Wasser, Bestäubern und Böden ignorieren", warnt Anna. Nala Earth unterstützt Unternehmen dabei, diese Abhängigkeiten zu erkennen und zu managen.
Das ist nicht nur moralisch richtig, sondern macht auch wirtschaftlich Sinn. Nachhaltigkeit und Naturschutz sind längst keine Nice-to-have-Themen mehr, sondern gehören in die Finanzabteilungen der Unternehmen.
Lessons Learned: Planetly und die Bedeutung von Kultur
Annas Erfahrungen mit dem Planetly-Exit bieten wertvolle Learnings für andere Gründer. "Eine klare Unternehmenskultur und starker Teamzusammenhalt sind entscheidend – auch über die Existenz eines Unternehmens hinaus", betont sie.
Bei Übernahmen kommt es besonders auf die Integration an. Kulturelle Unterschiede können eine Übernahme erheblich erschweren. "Es war schwierig zu sehen, als Planetly eingestampft wurde", gibt Anna zu. "Aber diese Erfahrungen sind wertvoll für zukünftige Projekte."
Die Krux der Mergers: Alignment zwischen Gründern und Investoren
Ein kritischer Punkt sind die oft unterschiedlichen Interessen von Gründern und Investoren bei Exits. Während Investoren primär auf finanzielle Returns fokussiert sind, haben Gründer oft emotionale Bindungen zu ihren Unternehmen und Teams.
"Die Interessen sind nicht immer perfekt aligned", räumt Anna ein. "Deshalb ist es wichtig, diese Gespräche früh und offen zu führen."
Nachhaltigkeit als Business Case der Zukunft
Für Anna ist klar: Naturschutz und Klimaschutz sind nicht nur ethische Imperative, sondern die großen Business Cases der Zukunft. Unternehmen, die heute nachhaltige Strategien entwickeln, werden langfristig profitieren.
"Wir müssen aufhören, Nachhaltigkeit als Kostenfaktor zu sehen", argumentiert sie. "Es ist eine Investition in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens."
Annas Weg zeigt: Es gibt verschiedene Wege, als Entrepreneur aktiv zu bleiben. Das Founding Angel Model könnte für viele erfahrene Gründer eine attraktive Alternative sein – operational aktiv, aber mit mehr Flexibilität als in der klassischen Founder-CEO-Rolle.
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