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13. April 2026

Iterieren, Verkaufen, Skalieren: Als Software Startup von 0 auf 100 Kunden skalieren – mit Langfuse Gründer Marc Klingen über DevTools und Produktentwicklung mit den Kunden

Über diese Episode

Das Problem verstehen und lösen

Marc Klingen und sein Team haben mit Langfuse eine Open-Source Software entwickelt, die Unternehmen dabei hilft, Tools basierend auf Large Language Models (LLMs) effizienter zu entwickeln und zu testen. Unternehmen wie Khan Academy, Twilio und Merck nutzen bereits die Plattform, um ihre LLM-Anwendungen zu optimieren.

Mit über 4 Millionen Dollar von renommierten Investoren wie Y Combinator, La Famiglia und Lightspeed Venture Partners ausgestattet, zeigt das Berliner Startup, wie man von der ersten Idee zu einer skalierbaren Software-Lösung gelangt.

Von der Idee zu den ersten Kunden

Der Weg von einer Software-Idee zu den ersten Nutzern ist eine der größten Herausforderungen für Startups. Marc betont die Wichtigkeit von Geschwindigkeit über Perfektion in der frühen Produktentwicklung. Anstatt monatelang an einem perfekten Produkt zu arbeiten, sollten Gründer schnell ein Minimum Viable Product (MVP) entwickeln und direktes Kundenfeedback einholen.

Der Schlüssel liegt darin, einen kleinen Scope zu wählen und sich nicht zu verzetteln. Viele Startups scheitern daran, dass sie versuchen, zu viele Probleme gleichzeitig zu lösen, anstatt sich auf ein konkretes Problem zu fokussieren.

Kunden von der Nutzung überzeugen

Die Überzeugungsarbeit beginnt bereits bei der Produktentwicklung. Langfuse nutzt strukturiertes Kundenfeedback, um iterativ zu arbeiten und echten Mehrwert zu schaffen. Dabei ist es entscheidend, sowohl Champions als auch Economic Buyer in großen Unternehmen zu identifizieren und mit ihnen zu arbeiten.

Der AHA-Moment kam für Langfuse mit dem ersten echten User. Dieser Meilenstein zeigte dem Team, dass sie auf dem richtigen Weg waren und ihr Produkt tatsächlich ein relevantes Problem löst.

Enterprise Sales: An größere Unternehmen verkaufen

Beim Verkauf an größere Unternehmen unterscheidet sich die Herangehensweise erheblich vom B2C-Bereich. Marc erklärt, wie wichtig es ist, die verschiedenen Stakeholder und Entscheidungsprozesse in Enterprise-Umgebungen zu verstehen.

Der Fokus liegt darauf, den konkreten Nutzen und Mehrwert für das Unternehmen klar zu kommunizieren. Ein Beispiel aus der Praxis ist Figma, das zeigt, wie ein Produkt durch klaren Nutzen und einfache Bedienung selbst in großen Organisationen schnell Akzeptanz findet.

Skalierung: Von 1 auf 10 zu 100 Nutzern

Die Skalierung erfolgt in verschiedenen Phasen, wobei jede ihre eigenen Herausforderungen mit sich bringt:

Von 1 auf 10 Nutzer:

  • Direkter Kundenkontakt und persönliches Onboarding
  • Schnelle Iteration basierend auf Feedback
  • Fokus auf Product-Market-Fit

Von 10 auf 100 Nutzer:

  • Systematisierung der Akquisitionsprozesse
  • Aufbau von Partnerschaften
  • Nutzung von Open-Source-Ansätzen für organisches Wachstum

Open-Source als Wachstumshebel

Langfuse nutzt bewusst einen Open-Source-Ansatz, um Nutzer zu gewinnen und zu skalieren. Diese Strategie bietet mehrere Vorteile:

  • Niedrigere Einstiegshürden für potenzielle Kunden
  • Community-Building und organische Verbreitung
  • Vertrauen durch Transparenz
  • Möglichkeit für Entwickler, das Tool zu testen und anzupassen

Unterschiede zwischen B2B und B2C

Ein wichtiger Aspekt der Diskussion behandelt die grundlegenden Unterschiede zwischen B2B- und B2C-Produkten. Während B2C-Produkte oft auf emotionale Faktoren und Benutzerfreundlichkeit setzen, stehen bei B2B-Produkten Effizienz, ROI und Integration in bestehende Workflows im Vordergrund.

Wann sollte man aufhören?

Eine kritische Frage, die viele Gründer beschäftigt: Wann ist es Zeit, aufzugeben? Marc gibt praktische Anhaltspunkte, wie man erkennt, ob man auf dem richtigen Weg ist oder eine Richtungsänderung nötig ist. Dabei spielen Metriken wie Nutzerengagement, Kundenfeedback und Marktwachstum eine entscheidende Rolle.

Langfristige Entwicklung und Geduld

Manche Produkte benötigen eine längere Entwicklungszeit als andere. Marc diskutiert, wie man zwischen berechtigter Geduld bei komplexen Produkten und mangelndem Product-Market-Fit unterscheidet. Der Schlüssel liegt in kontinuierlichen, messbaren Fortschritten und validiertem Kundenfeedback.

Fazit: Geschwindigkeit und Kundennähe als Erfolgsfaktoren

Der Erfolg von Langfuse zeigt, dass eine Kombination aus schneller Iteration, enger Kundenbindung und strategischem Open-Source-Ansatz der Schlüssel zum Aufbau eines erfolgreichen Software-Startups ist. Gründer sollten sich darauf konzentrieren, echte Probleme zu lösen, schnell zu lernen und konstant zu iterieren, anstatt von Anfang an das perfekte Produkt entwickeln zu wollen.

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