13. April 2026
Fachkräftemangel: Wie findet man qualifizierte Mitarbeiter & wie wirke ich als Arbeitgeber anziehender als andere Startups? – Marius Luther, HeyJobs
Über diese Episode
Der Fachkräftemangel ist für Startups eine der größten Herausforderungen. Während etablierte Unternehmen mit hohen Gehältern und bekannten Marken locken können, müssen junge Unternehmen andere Wege finden, um talentierte Mitarbeiter zu gewinnen. Marius Luther, Gründer von HeyJobs, erklärt, wie Startups im Recruiting erfolgreich werden können.
Was macht HeyJobs aus?
HeyJobs bietet eine Plattform, um passende Kandidaten zu suchen, zu finden und anzusprechen – sowohl auf klassischen Recruiting-Plattformen als auch über Social Media. Das Unternehmen setzt dabei auf einen datengetriebenen Ansatz, der Startups hilft, ihre Zielgruppen präzise zu erreichen.
Wie wird mein Startup attraktiv für Bewerber?
Die Attraktivität als Arbeitgeber hängt stark von der Zielgruppe ab. Während erfahrene Entwickler oft finanzielle Sicherheit und etablierte Strukturen suchen, sind jüngere Talente häufig an Lernen, Wachstum und Impact interessiert. Startups müssen ihre Botschaft entsprechend anpassen:
- –Für Young Professionals: Betonung auf Lernmöglichkeiten, schnelle Karriereentwicklung und die Chance, Verantwortung zu übernehmen
- –Für Senior-Level: Fokus auf spannende technische Herausforderungen, Gestaltungsspielraum und Equity-Beteiligung
- –Für Quereinsteiger: Hervorhebung der offenen Unternehmenskultur und Weiterbildungsmöglichkeiten
Recruiting wird zur Marketing- und Sales-Aufgabe
Modernes Recruiting unterscheidet sich kaum noch von Marketing und Vertrieb. Startups müssen ihre Employer Brand aktiv aufbauen und pflegen. Das bedeutet:
- –Content Marketing: Regelmäßige Einblicke in den Arbeitsalltag über Social Media
- –Storytelling: Authentische Geschichten über das Team und die Mission des Unternehmens
- –Community Building: Aufbau einer Präsenz in relevanten Fachkreisen und Netzwerken
Die Bekanntheit des Unternehmens spielt dabei eine entscheidende Rolle. Kandidaten bewerben sich eher bei Unternehmen, von denen sie bereits gehört haben.
Die Macht der Unternehmenskultur
Eine gute Unternehmenskultur ist mehr als nur ein Nice-to-have – sie ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Dabei geht es nicht um Kicker und kostenloses Obst, sondern um gelebte Werte:
- –Transparenz: Offene Kommunikation über Erfolge und Herausforderungen
- –Entwicklung: Konkrete Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierepfade
- –Flexibilität: Remote Work und flexible Arbeitszeiten
- –Impact: Klare Verbindung zwischen der eigenen Arbeit und dem Unternehmenserfolg
Wichtig ist, dass diese Werte nicht nur kommuniziert, sondern auch messbar gemacht werden – etwa durch regelmäßige Mitarbeiterbefragungen oder 360-Grad-Feedback.
Recruiting-Kanäle: Referrals als Geheimwaffe
Empfehlungen durch bestehende Mitarbeiter sind oft der effektivste Recruiting-Kanal. Die eigenen Teammitglieder kennen sowohl die Unternehmenskultur als auch die fachlichen Anforderungen am besten. Bei der Gestaltung von Empfehlungsprogrammen sollten Startups beachten:
- –Prämien mit Bedacht einsetzen: Zu hohe Belohnungen können die Qualität der Empfehlungen verschlechtern
- –Langfristig denken: Empfehlungsprämien erst nach erfolgreicher Probezeit auszahlen
- –Authentizität bewahren: Mitarbeiter sollten nur Personen empfehlen, die wirklich zur Stelle passen
Active Sourcing über Werksstudenten
Ein unterschätzter Ansatz ist die Zusammenarbeit mit Werksstudenten beim Active Sourcing. Diese können bei der Recherche und ersten Ansprache von Kandidaten helfen, während erfahrene Recruiter sich auf die qualifizierten Gespräche konzentrieren.
Die richtige Präsentation auf Plattformen
Auf Recruiting-Plattformen wie LinkedIn oder Xing sollten Startups authentisch auftreten. Statt generischer Stellenausschreibungen funktionieren persönliche Nachrichten besser, die konkret auf den Kandidaten eingehen und echte Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen.
Nach der Bewerbung: Der Prozess entscheidet
Ein schlechter Bewerbungsprozess kann auch die besten Kandidaten abschrecken. Startups sollten daher auf schnelle Rückmeldungen, transparente Kommunikation und einen strukturierten Ablauf achten. Auch beim Thema Gehalt gilt: Ehrlichkeit und Transparenz schaffen Vertrauen.
Das größte Learning
Das wichtigste Learning im Hiring ist oft, dass der kulturelle Fit genauso wichtig ist wie die fachliche Qualifikation. Ein fachlich brillanter Mitarbeiter, der nicht ins Team passt, kann mehr Schaden anrichten als nutzen. Investitionen in ein strukturiertes Interview-Verfahren, das sowohl Skills als auch Cultural Fit prüft, zahlen sich langfristig aus.
Für Startups ist erfolgreiches Recruiting eine Kombination aus klarer Positionierung, authentischer Kommunikation und systematischem Vorgehen. Wer diese Punkte beachtet, kann auch im umkämpften Talentmarkt erfolgreich sein.
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