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13. April 2026

Exit nach 2 Jahren? Beweggründe und die Reise zum Product Market Fit – Alexander Doudkin von ecotrek

Über diese Episode

Alexander Doudkin und sein Team haben mit ecotrek den perfekten Zeitpunkt erwischt: 2020 starteten sie ihre Software für automatisiertes Nachhaltigkeits-Tracking von Lieferanten – genau als B2B-Nachhaltigkeit zum Mega-Thema wurde. Doch jetzt, nur zwei Jahre später und gerade am Product Market Fit angekommen, verkaufen sie das Unternehmen an Ecovadis. Warum?

Der perfekte Timing-Moment

Nachhaltigkeit in der Lieferkette ist für B2B-Unternehmen längst kein Nice-to-have mehr, sondern regulatorische Notwendigkeit. ecotrek hat eine Software entwickelt, die es Unternehmen ermöglicht, die Nachhaltigkeitsleistung ihrer Lieferanten automatisiert zu tracken und zu bewerten. Das Team war 2020 genau am Zahn der Zeit.

"Eigentlich hatte das ecotrek Team gerade jetzt den Product Market Fit erreicht und ist bereit zu skalieren", erklärt die Situation. Doch genau in diesem Moment entschieden sie sich für den Exit – eine auf den ersten Blick kontraintuitive Entscheidung.

Die Suche nach den ersten Kunden

Wie bei jedem B2B-Startup war die Kundenakquise eine der größten Herausforderungen. Alexander Doudkin und sein Team mussten kreative Wege finden, um ihre ersten Kunden zu gewinnen und das Vertrauen in ihre noch junge Lösung aufzubauen.

Die Herausforderung: Unternehmen davon zu überzeugen, dass automatisiertes Nachhaltigkeits-Tracking nicht nur ein Compliance-Tool ist, sondern echten Business-Value liefert. Der Schlüssel lag darin, den ROI klar zu kommunizieren und schnelle Wins zu demonstrieren.

Warum kein Impact-VC?

Eine besonders interessante Entscheidung: Das Team entschied sich bewusst gegen Fundraising mit Impact-VCs. Diese Investoren hätten thematisch perfekt gepasst und wahrscheinlich großes Interesse gezeigt. Doch Alexander und sein Team hatten andere Prioritäten.

Die Gründe gegen Impact-VCs waren vielschichtig: Zum einen wollten sie die volle Kontrolle über die strategische Richtung behalten. Zum anderen sahen sie in einem strategischen Exit mehr Potential für nachhaltigen Impact als in einer VC-finanzierten Wachstumsstory.

Der Verkauf an Ecovadis: Strategische Überlegungen

Der Exit an Ecovadis war keine spontane Entscheidung, sondern das Ergebnis strategischer Überlegungen. Ecovadis ist bereits ein etablierter Player im Nachhaltigkeits-Assessment-Bereich und bietet die perfekte Plattform für Skalierung.

Wichtige Faktoren für den Deal:

  • Strategische Synergie: Die ecotrek-Technologie ergänzt das Ecovadis-Portfolio perfekt
  • Skalierungspotential: Zugang zu einem größeren Kundenstamm und mehr Ressourcen
  • Team-Integration: Erhaltung der Kernkompetenzen und Unternehmenskultur

Risiken und Chancen abwägen

Jeder Exit bringt Risiken mit sich. Die größte Sorge: Wird die ursprüngliche Vision und Mission unter dem neuen Dach erhalten bleiben? Alexander und sein Team mussten sicherstellen, dass der Nachhaltigkeitsgedanke nicht der Profitmaximierung zum Opfer fällt.

Gleichzeitig bietet die Integration in ein größeres Unternehmen massive Chancen:

  • Schnellere Marktpenetration
  • Bessere Ressourcenausstattung
  • Zugang zu etablierten Kundenbeziehungen
  • Möglichkeit, größeren Impact zu erzielen

Lessons Learned

Die ecotrek-Geschichte zeigt: Der richtige Zeitpunkt für einen Exit ist nicht immer der offensichtliche. Manchmal macht es mehr Sinn, zu verkaufen, wenn man gerade Momentum aufbaut, statt zu warten, bis das Wachstum stagniert.

Für andere Gründer ergeben sich wichtige Erkenntnisse:

  • Product Market Fit bedeutet nicht automatisch "jetzt skalieren"
  • Strategische Exits können mehr Impact haben als eigenständiges Wachstum
  • Die richtige Käufer-Auswahl ist entscheidend für die langfristige Vision
  • Manchmal ist Timing wichtiger als Bewertung

Die Entscheidung von Alexander Doudkin und seinem Team zeigt, dass erfolgreiche Gründer nicht nur wissen, wann sie starten, sondern auch wann sie übergeben sollten.

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