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13. April 2026

Deep-Tech Startups & Fund Strategy am Beispiel von Vsquared – Thomas Oehl, Vsquared Ventures

Über diese Episode

Thomas Oehl von Vsquared Ventures hat kürzlich einen neuen 160 Millionen Euro Fund aufgelegt und gewährt im Unicorn Bakery Podcast Einblicke in die Welt der Deep-Tech-Investments. Die Diskussion beleuchtet nicht nur die Besonderheiten von Deep-Tech-Startups, sondern auch die strategischen Überlegungen hinter Venture Capital Fonds.

Was macht Deep-Tech-Startups besonders?

Deep-Tech-Startups unterscheiden sich fundamental von klassischen Business Model Innovationen oder B2B SaaS Unternehmen. Während letztere oft auf bewährte Technologien setzen und primär neue Geschäftsmodelle entwickeln, basieren Deep-Tech-Startups auf wissenschaftlichen Durchbrüchen und technologischen Innovationen, die oft Jahre der Forschung und Entwicklung erfordern.

Diese Unterschiede zeigen sich besonders deutlich bei Follow-On Finanzierungsrunden. Deep-Tech-Startups benötigen häufig längere Entwicklungszyklen und höhere Kapitalmengen, bevor sie marktreife Produkte vorweisen können. Die Bewertungslogik folgt anderen Parametern als bei Software-Unternehmen, wo Metriken wie ARR oder Customer Acquisition Costs im Vordergrund stehen.

Die CTO-Frage: Intern aufbauen oder extern hinzuholen?

Eine der zentralen Fragen für Deep-Tech-Gründer ist die technische Führung. Braucht man von Anfang an einen CTO im Gründerteam oder kann man diese Expertise später hinzuholen? Die Antwort hängt stark von der Art der technologischen Innovation ab.

Bei hochspezialisierten Deep-Tech-Bereichen ist ein CTO mit entsprechender Expertise oft unverzichtbar. Die Komplexität der zugrundeliegenden Technologie macht es schwierig, diese Rolle später zu besetzen, ohne dass fundamentales Verständnis bereits im Gründerteam vorhanden ist.

Interessant ist auch die Diskussion um No-Code/Low-Code-Lösungen. Während diese Tools in vielen Bereichen die Entwicklung demokratisieren, stoßen sie bei Deep-Tech-Anwendungen schnell an ihre Grenzen. Die spezialisierten Anforderungen erfordern meist maßgeschneiderte Lösungen.

Gründerpersönlichkeiten im Deep-Tech-Bereich

Die Persönlichkeitsprofile von Deep-Tech-Gründern unterscheiden sich oft von denen klassischer Startup-Gründer. Während Business Model Innovation häufig von marktorientierten Entrepreneuren vorangetrieben wird, kommen Deep-Tech-Gründer oft aus der Wissenschaft oder haben tiefe technische Expertise in ihrem Feld.

Doch wie viel Fachwissen ist wirklich nötig? Die Balance zwischen solidem Grundwissen und einem gesunden Maß an Naivität ist entscheidend. Zu viel Wissen über alle Hürden kann lähmen, zu wenig kann in unlösbare Probleme führen. Erfolgreiche Deep-Tech-Gründer bringen oft eine Mischung aus technischer Exzellenz und unternehmerischem Optimismus mit.

Chancen ohne PhD: Auch junge Teams können erfolgreich sein

Eine wichtige Erkenntnis: Nicht jedes erfolgreiche Deep-Tech-Startup braucht Gründer mit PhD oder jahrzehntelanger Ingenieursexpertise. Junge Gründerteams können durchaus erfolgreich sein, wenn sie die richtige Mischung aus Lernbereitschaft, Durchhaltevermögen und strategischem Denken mitbringen.

Entscheidend ist die Fähigkeit, sich schnell in komplexe technische Bereiche einzuarbeiten und die richtigen Experten als Berater oder Team-Mitglieder zu gewinnen. Die Kunst liegt darin, trotz großer Konkurrenz Gelegenheiten zu schaffen, die zu Erfolg bei VCs führen können.

Fund-Strategie und Investorenauswahl

Bei der Investorenauswahl spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Cross-Referencing zwischen verschiedenen Funds und anderen Gründern kann wertvolle Insights liefern, aber manchmal muss man pragmatisch den Fund wählen, dessen Zusage man hat.

Pro Rata Investments und die dahinterstehenden strategischen Überlegungen zeigen, wie viel "Politik" in Venture Capital Entscheidungen steckt. Für Gründer ist es wichtig, diese Dynamiken zu verstehen und entsprechend zu navigieren.

Impact und Vision: Der Antrieb für Deep-Tech

Deep-Tech-Startups haben oft das Potenzial für erheblichen gesellschaftlichen Impact. Doch wie stellen Investoren sicher, dass Gründer wirklich Lust auf ihre Vision haben und diese auch durchziehen? Die Antwort liegt in der Authentizität der Mission und der Bereitschaft, auch durch schwierige Phasen durchzuhalten.

Die aktuelle Marktlage hat das Fundraising beeinflusst, aber fundamentale Deep-Tech-Innovationen finden weiterhin Investoren. Entscheidend ist die Fähigkeit, die langfristige Vision zu kommunizieren und dabei kurzfristige Meilensteine zu definieren.

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