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13. April 2026

Das beste VC-Intro: So überzeugst Du Top Tier VCs - mit Filip Dames, Cherry Ventures

Über diese Episode

Als Gründer stehst du im Fundraising vor einer entscheidenden Frage: Wie kommst du überhaupt an die Top-Investoren heran? Filip Dames, Founding Partner bei Cherry Ventures, gibt in diesem Gespräch seltene Einblicke in die Denkweise eines führenden europäischen VC-Fonds.

Das perfekte VC-Intro: Qualität schlägt Quantität

Die meisten Gründer machen einen fundamentalen Fehler: Sie glauben, dass jedes Intro gleich viel wert ist. Filip erklärt, dass die Quelle des Intros entscheidend ist. Ein warmes Intro von einem Portfolio-Gründer oder einem anderen VC hat deutlich mehr Gewicht als eine Cold Email.

"Wir bekommen tausende von Anfragen", erklärt Filip. "Was uns wirklich aufhorchen lässt, sind Empfehlungen von Personen, deren Urteil wir vertrauen." Dabei geht es nicht nur um den Namen - sondern um die Glaubwürdigkeit der empfehlenden Person.

Die effektivsten Intros kommen von:

  • Bestehenden Portfolio-Unternehmen
  • Anderen VCs oder Angels
  • Branchenexperten mit Track Record
  • Erfolgreichen Gründern aus dem Netzwerk

Pitch Deck: Ja oder nein beim ersten Kontakt?

Eine der häufigsten Unsicherheiten: Soll das Pitch Deck direkt mit der ersten Nachricht verschickt werden? Filips Antwort ist pragmatisch: "Es kommt darauf an, aber in den meisten Fällen ist es sinnvoll."

Ein gut strukturiertes Deck zeigt Professionalität und gibt dem VC sofort einen Überblick. Allerdings sollte es prägnant sein - maximal 10-12 Slides für die erste Runde. Der Fokus liegt auf: Problem, Lösung, Marktgröße, Traction und Team.

Partner-Aufmerksamkeit: Muss es sofort der Senior Partner sein?

"Viele Gründer denken, sie müssen von Tag eins die Aufmerksamkeit des Managing Partners haben", beobachtet Filip. "Das ist ein Mythos." Bei Cherry Ventures arbeitet das gesamte Team eng zusammen. Ein Investment Associate kann genauso effektiv einen Deal vorantreiben.

Wichtiger ist, dass der erste Kontakt die richtige Person erreicht - jemanden, der das Geschäftsmodell versteht und intern für dich kämpfen kann. Die Hierarchie im VC-Fund ist weniger relevant als die fachliche Passung.

Orchestrierung des Fundraising-Prozesses

Ein professioneller Fundraising-Prozess kann den Unterschied zwischen Erfolg und Scheitern ausmachen. Filip betont die Bedeutung eines gut durchdachten Timings: "Gründer sollten ihre Gespräche koordinieren, damit alle relevanten VCs zur gleichen Zeit interessiert sind."

Die ideale Strategie:

  1. Liste mit 15-20 relevanten VCs erstellen
  2. Gespräche innerhalb von 4-6 Wochen terminieren
  3. Parallel verhandeln statt sequenziell
  4. FOMO (Fear of Missing Out) erzeugen durch koordiniertes Timing

Hartnäckigkeit vs. Akzeptanz: Wann ist eine Absage endgültig?

Eine der schwierigsten Fragen im Fundraising: Wann sollte man nachhaken und wann akzeptieren? Filip differenziert: "Wenn wir explizit 'Nein' sagen, dann ist das final. Aber bei einem 'Noch nicht' oder 'Zu früh' kann sich die Situation in 6-12 Monaten komplett ändern."

Gründer sollten auf die Nuancen achten. Ein VC, der sagt "Zeigt uns mehr Traction" gibt eine klare Roadmap. Ein pauschales "Passt nicht zu unserem Portfolio" ist hingegen endgültig.

Due Diligence: Hier scheitern die meisten Deals

Selbst wenn ein VC grundsätzliches Interesse zeigt, können Deals in der Due Diligence platzen. Filip nennt die häufigsten Stolpersteine:

Finanzielle Unstimmigkeiten: Zahlen, die nicht zu vorherigen Präsentationen passen, sind ein absolutes No-Go. Transparenz ist wichtiger als perfekte Metriken.

Team-Dynamik: Konflikte im Gründerteam oder unklare Rollen führen oft zum Scheitern. VCs investieren primär in Menschen, nicht nur in Geschäftsmodelle.

Übertriebene Bewertungsvorstellungen: Realitätsferne Bewertungen, die nicht durch Benchmarks gestützt werden können.

Klarheit über den eigenen Deal

Filip betont einen oft übersehenen Punkt: "Gründer müssen absolute Klarheit über ihren Deal haben." Das bedeutet nicht nur die Zahlen zu kennen, sondern auch die Story dahinter erzählen zu können.

Erfolgreiche Gründer können in zwei Minuten erklären:

  • Warum sie das Problem lösen
  • Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist
  • Warum sie das richtige Team sind
  • Wie sie Geld in Growth verwandeln werden

Fazit: Professionalisierung macht den Unterschied

Der Fundraising-Markt wird zunehmend professioneller. Gründer, die mit einer klaren Strategie, dem richtigen Timing und authentischer Kommunikation an VCs herantreten, haben deutlich bessere Erfolgschancen.

Filips wichtigster Ratschlag: "Behandelt Fundraising wie jeden anderen wichtigen Geschäftsprozess. Mit Vorbereitung, Strategie und der richtigen Ausführung."

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