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13. April 2026

Customer Success: Was passiert nach Vertragsabschluss? - Michael Jäger, Cremanski

Über diese Episode

Customer Success wird in vielen Startups noch immer stiefmütterlich behandelt – dabei entscheidet sich hier, ob aus einmaligen Käufern langfristig zufriedene und treue Kunden werden. In der sechsten Folge der Sales Bakery spreche ich mit Michael Jäger von Cremanski über die praktischen Aspekte des Customer Success und warum dieses Thema für nachhaltige Unternehmensentwicklung unverzichtbar ist.

Was ist Customer Success und welcher operative Aufwand kommt auf Gründer zu?

Customer Success beginnt dort, wo der Verkaufsprozess endet. Es geht darum, Kunden dabei zu unterstützen, den maximalen Wert aus dem erworbenen Produkt oder der Dienstleistung zu ziehen. Für Gründer bedeutet das zunächst einen bewussten Perspektivwechsel: Statt nur auf den Vertragsabschluss zu fokussieren, muss die gesamte Customer Journey im Blick behalten werden.

Der operative Aufwand variiert je nach Geschäftsmodell, aber selbst mit begrenzten Ressourcen lassen sich wirksame Customer Success Maßnahmen implementieren. Wichtig ist, von Anfang an systematisch zu denken und Prozesse zu etablieren, die skalierbar sind.

Warum Customer Success für Startups unverzichtbar ist

Viele Startups unterschätzen die Bedeutung von Customer Success, dabei ist es ein entscheidender Faktor für nachhaltiges Wachstum. Bestehende Kunden zu halten ist deutlich kostengünstiger als neue zu akquirieren. Zudem entwickeln sich zufriedene Kunden oft zu wertvollen Referenzen und treiben durch Weiterempfehlungen das organische Wachstum voran.

Ein durchdachter Customer Success Ansatz hilft auch dabei, frühzeitig Probleme zu erkennen und Kündigungen zu vermeiden. In der heutigen Zeit, wo Kunden zwischen vielen Alternativen wählen können, entscheidet oft die Betreuungsqualität über die langfristige Kundenbindung.

Die ersten Schritte: Customer Success mit wenig Personal und Budget

Auch Startups mit kleinem Team können effektiven Customer Success betreiben. Der Schlüssel liegt darin, die wichtigsten Touchpoints zu identifizieren und dort gezielt anzusetzen. Statt perfekte Prozesse von Anfang an zu erwarten, sollten Gründer mit den verfügbaren Mitteln starten und kontinuierlich verbessern.

Schritt 1: Onboarding – Der kritische erste Eindruck

Das Onboarding ist der erste kritische Moment nach dem Vertragsabschluss. Hier entscheidet sich, ob Kunden schnell Wert aus dem Produkt ziehen können oder frustriert aufgeben. Ein gutes Onboarding sollte klar strukturiert sein und dem Kunden step-by-step zeigen, wie er das Produkt optimal nutzt.

Dabei geht es nicht nur um technische Einführung, sondern auch darum, Erwartungen zu setzen und dem Kunden das Gefühl zu geben, in guten Händen zu sein. Je komplexer das Produkt, desto wichtiger wird eine durchdachte Onboarding-Strategie.

Der Übergang zur Aktivierung

Die Dauer des Onboardings hängt stark vom Produkt ab, aber es sollte einen klaren Übergang zur Aktivierungsphase geben. In der Aktivierung geht es darum, dass Kunden regelmäßig und selbstständig Wert aus dem Produkt ziehen. Dieser Übergang sollte nicht dem Zufall überlassen, sondern aktiv gestaltet werden.

Kundenverhalten tracken und langfristige Versprechen einhalten

Um Customer Success zu messen und zu verbessern, ist es wichtig, das Kundenverhalten zu verfolgen. Welche Features werden genutzt? Wo haken Kunden ab? Wie häufig loggen sie sich ein? Diese Daten helfen dabei, proaktiv zu handeln, bevor Probleme entstehen.

Das Grundversprechen an den Kunden muss über den gesamten Lebenszyklus eingehalten werden. Kunden haben bestimmte Erwartungen, wenn sie ein Produkt kaufen – diese zu erfüllen oder sogar zu übertreffen, ist der Kern erfolgreichen Customer Success.

Die wichtigsten Metriken im Customer Success

Messbare Erfolge sind entscheidend für die Weiterentwicklung der Customer Success Strategie. Zu den wichtigsten Kennzahlen gehören:

  • Customer Satisfaction Score (CSAT)
  • Net Promoter Score (NPS)
  • Customer Lifetime Value (CLV)
  • Churn Rate
  • Time to Value

Diese Metriken geben Aufschluss darüber, wie erfolgreich die Customer Success Maßnahmen sind und wo Verbesserungsbedarf besteht.

Argumente gegen das Aufschieben

Viele Unternehmen wollen Customer Success auf später verschieben – ein teurer Fehler. Je früher systematisches Customer Success etabliert wird, desto größer sind die langfristigen Vorteile. Wer wartet, bis Probleme auftreten, agiert nur noch reaktiv und verpasst die Chance, proaktiv Kundenbindung aufzubauen.

Der praktische Einstieg für Gründer

Gründer mit begrenzten Ressourcen sollten klein anfangen, aber systematisch vorgehen. Ein einfaches CRM-System, regelmäßige Check-ins mit Kunden und die Dokumentation häufiger Fragen können bereits den Grundstein für professionellen Customer Success legen. Wichtig ist, kontinuierlich zu lernen und die Prozesse an die wachsenden Anforderungen anzupassen.

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