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29. April 2025

Bekommen nicht-KI Startups noch Geld? & Wie sich durch KI alles beim Aufbau von Firmen verändert

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Über diese Episode

Die Startup-Landschaft hat sich grundlegend verändert. KI dominiert die Schlagzeilen, Venture Capital fließt anders als noch vor wenigen Jahren, und viele Unicorns sind heute weniger wert als auf dem Höhepunkt des Hype-Zyklus. David Rosskamp, Gründer und Managing Partner von Magnetic, gibt im Gespräch mit Fabian Einblicke in die aktuellen Herausforderungen und Chancen beim Unternehmensaufbau.

Resilienz als Grundpfeiler erfolgreicher Unternehmen

Trotz aller technologischen Umwälzungen bleiben die Grundprinzipien des Unternehmertums bestehen. "Die fundamentalen Prinzipien des nachhaltigen Unternehmensaufbaus haben sich nicht verändert", erklärt Rosskamp. Resilienz wird zum entscheidenden Faktor – besonders in Zeiten überhitzter Märkte und volatiler Bewertungen.

Unternehmen müssen heute mehr denn je auf Effizienz und langfristige Stabilität ausgerichtet sein. Das bedeutet: Kapital effizient einsetzen, nicht blind jeder Tech-Welle hinterherlaufen und ein solides Fundament schaffen, das auch schwierige Marktphasen übersteht.

KI als Horizontaltechnologie: Chance und Herausforderung

Künstliche Intelligenz ist keine isolierte Technologie für wenige Branchen – sie ist eine "Horizontaltechnologie", die in jeden Sektor Einzug halten wird. Für Startups bedeutet das sowohl Chance als auch Bedrohung.

Die Chance: Gründer können KI nutzen, um Produkte schneller zu entwickeln und Märkte zu erobern. Entwicklungszyklen verkürzen sich, neue Geschäftsmodelle entstehen, und bestehende Industrien werden disrupted.

Die Herausforderung: Wenn jeder Zugang zu ähnlichen KI-Tools hat, wird Differenzierung schwieriger. Startups müssen über die reine Technologie hinausdenken und echte Wettbewerbsvorteile entwickeln.

Das Ende der einfachen Defensibility?

Eine zentrale Frage beschäftigt viele Gründer: Gibt es den klassischen USP noch, oder ist mittlerweile alles kopierbar geworden? Die Antwort ist nuanciert. Während technische Features schneller repliziert werden können, bleiben andere Verteidigungslinien bestehen:

  • Netzwerkeffekte: Je mehr Nutzer, desto wertvoller wird das Produkt
  • Einzigartige Datensätze: Proprietary Data als Wettbewerbsvorteil
  • Operative Exzellenz: Ausführung macht oft den Unterschied
  • Kundenbindung: Starke Beziehungen sind schwer zu kopieren

Schnelle Produktentwicklung allein reicht nicht mehr aus. Unternehmen müssen mehrere Verteidigungslinien aufbauen und kontinuierlich stärken.

Fundraising in der neuen Realität

Der Venture Capital-Markt hat sich dramatisch verändert. Während in den Jahren 2020/21 Kapital scheinbar unbegrenzt verfügbar war, herrscht heute eine deutlich rationalere Bewertungskultur. Viele ehemalige Unicorns erleben Downrounds – ihre aktuellen Bewertungen liegen unter den Höchstständen.

Für Gründer bedeutet das:

  • Effizienter Kapitaleinsatz wird wichtiger als Wachstum um jeden Preis
  • Due Diligence wird gründlicher, Investoren selektiver
  • Die Balance zwischen "wie viel ist richtig" und "ich nehme, soviel ich kriegen kann" muss neu justiert werden

Lehren aus der Downround-Realität

Downrounds sind schmerzhaft, aber oft notwendige Korrekturen überzogener Bewertungen. Rosskamp teilt seine Perspektive darüber, wie es sich anfühlt, wenn das eigene Unternehmen von einer Downround betroffen ist, und welche Lehren daraus zu ziehen sind.

Die wichtigste Erkenntnis: Bewertungen sind nur Momentaufnahmen. Entscheidend ist der langfristige Aufbau eines nachhaltigen, profitablen Unternehmens.

Investment-Strategie: Fokus statt Breite

Magnetic hat sich bewusst auf nur neun Assets fokussiert – eine ungewöhnliche Strategie in einer Zeit, in der viele Fonds ihr Portfolio breit streuen. Diese Konzentration erlaubt es, tiefer in jedes Investment zu gehen und echten Mehrwert zu schaffen.

Fundaufbau 2015 vs. 2025

Rosskamp reflektiert die Unterschiede beim Aufbau eines Venture Capital Fonds zwischen 2015 und heute. Die Landschaft hat sich fundamental gewandelt – von den verfügbaren Kapitalmengen über die Investor-Erwartungen bis hin zu den bewerteten Geschäftsmodellen.

Die Frage des Personal Branding

Interessant ist auch Rosskamps Perspektive auf Personal Branding. Während viele VCs heute stark auf ihre persönliche Marke setzen, verfolgt er einen anderen Ansatz. Der Fokus liegt auf der Arbeit mit den Portfolio-Unternehmen, nicht auf der eigenen Sichtbarkeit.

Fazit: Zurück zu den Grundlagen

Trotz aller Veränderungen bleibt eine Wahrheit bestehen: Erfolgreiche Unternehmen werden von Teams gebaut, die fundamentale Geschäftsprinzipien verstehen und umsetzen. KI, neue Fundraising-Realitäten und veränderte Marktbedingungen sind wichtige Faktoren – aber sie ersetzen nicht die Notwendigkeit, echten Kundennutzen zu schaffen und ein resilientes Unternehmen aufzubauen.

Die wichtigste Botschaft für Gründer: Nutzt die neuen Tools und Möglichkeiten, aber verliert nie die Grundlagen aus den Augen. Effizienz, Kundenfokus und langfristige Denkweise sind heute wichtiger denn je.

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