13. April 2026
Als Business Founder zum GreenTech mit großer Vision? mit Serienunternehmer Christian Vollmann, C1
Über diese Episode
Von der Internetwelt zur grünen Revolution
Vom Klingelton-König bei Jamba zum GreenTech-Visionär: Christian Vollmann nimmt mit seinem neuen Unternehmen C1 Green Chemicals das scheinbar Unmögliche in Angriff. Der erfahrene Serienunternehmer will nichts Geringeres als die Schifffahrt und Chemieindustrie revolutionieren – durch eine völlig neue Art der Methanol-Herstellung.
Die Mission: Methanol ohne fossile Rohstoffe
Was C1 vorhat, klingt zunächst nach Science Fiction: Das Unternehmen entwickelt eine Technologie zur grünen Methanol-Produktion, die komplett ohne fossile Brennstoffe auskommt. Methanol ist ein zentraler Baustein in der chemischen Industrie und wird zunehmend als Treibstoff in der Schifffahrt eingesetzt. Bisher stammt es jedoch fast ausschließlich aus fossilen Quellen.
"Wir wollen eine grüne Art der Methanol-Herstellung etablieren und ein Abwenden von fossilen Stoffen ermöglichen", erklärt Vollmann die Vision seines Teams. Für die Klimaziele ist das ein entscheidender Hebel: Sowohl die Schifffahrt als auch die Chemieindustrie gehören zu den größten CO2-Emittenten weltweit.
Der ungewöhnliche Weg: Vom Business- zum DeepTech-Founder
Vollmanns Karriere zeigt, wie vielfältig Gründerwege sein können. In den frühen 2000ern prägte er als Mitgründer von Jamba die deutsche Internetszene mit – damals noch mit Klingeltönen und Premium-SMS. Später folgten weitere Ventures wie MyVideo und Dating-Plattformen.
Jetzt wagt er den Sprung in ein völlig neues Terrain: hochtechnische GreenTech-Innovation. "Wie hilft jahrzehntelange Internetfirmen-Erfahrung bei der Umsetzung eines GreenTech-Unternehmens?", ist eine der zentralen Fragen, die sich dabei stellt.
Due Diligence als Business-Gründer im Wissenschafts-Team
Besonders spannend ist Vollmanns Herangehensweise als Business-Founder in einem wissenschaftlich geprägten Team. Bevor er bei C1 einstieg, durchlief er einen intensiven Due-Diligence-Prozess: "Wie habt ihr euer Team analysiert und die Vorgänge getestet, bevor ihr gegründet habt?"
Die Herausforderung liegt darin, als nicht-wissenschaftlicher Gründer die Komplexität der Technologie zu verstehen, ohne selbst Experte zu werden. Vollmann musste sich die Frage stellen: "Wie tiefgründig musst du die Arbeit deines Teams als Founder verstehen?"
Die Rolle des CEOs im DeepTech-Startup
Als CEO eines hochtechnischen Startups unterscheiden sich Vollmanns Hauptaufgaben deutlich von denen seiner früheren Internet-Ventures. Die zentralen CEO-Aufgaben umfassen vor allem:
- –Strategische Ausrichtung und Vision kommunizieren
- –Finanzierung und Investor Relations
- –Team-Building und Kultur entwickeln
- –Externe Partnerships und Business Development
- –Operative Führung und Skalierung vorbereiten
Bei einem GreenTech-Unternehmen wie C1 kommen zusätzliche Komplexitäten dazu: lange Entwicklungszyklen, regulatorische Hürden und die Notwendigkeit, sowohl Wissenschaftler als auch Investoren zu überzeugen.
Herausforderungen und Breaking Points
Vollmann ist realistisch, was die Herausforderungen angeht. Die größten Breaking Points für C1 liegen in der erfolgreichen Skalierung der Technologie und der Marktakzeptanz. Externe Faktoren wie die aktuelle Marktsituation, Regulierung und Konkurrenz durch etablierte Chemiekonzerne beeinflussen den Erfolg maßgeblich.
"Bedroht die aktuelle Marktsituation eure Arbeit?", ist eine Frage, die sich alle GreenTech-Startups derzeit stellen müssen. Vollmann zeigt sich jedoch zuversichtlich, dass der langfristige Trend hin zu nachhaltigen Lösungen unumkehrbar ist.
Erfahrung als Erfolgsfaktor
Trotz der fachlichen Unterschiede zwischen Internet- und GreenTech-Ventures sieht Vollmann klare Parallelen. Die Erfahrung im Aufbau von Teams, der Führung in unsicheren Situationen und dem Umgang mit Investoren zahlt sich auch in der neuen Branche aus.
Besonders wertvoll: die Gelassenheit im Umgang mit Kritik und Rückschlägen. "Jamba und die schlechte Presse: Wie ging es dir damit?", zeigt, dass Vollmann bereits früh gelernt hat, mit öffentlicher Kritik umzugehen – eine Fähigkeit, die jedem Startup-Gründer zugutekommt.
Vision für die Startup-Szene
Vollmann bringt nicht nur Erfahrung, sondern auch klare Vorstellungen über notwendige Veränderungen in der Startup-Szene mit. Seine konträren Meinungen zu gängigen Praktiken und sein Rat, den er selbst "nur schwer befolgt", zeigen die Reflexion eines erfahrenen Unternehmers.
Für die nächste Generation von Gründern – und seine eigenen Kinder – wünscht er sich bestimmte Eigenschaften, die über rein unternehmerische Fähigkeiten hinausgehen.
Fazit: Mut zur großen Vision
Christian Vollmanns Weg von Jamba zu C1 zeigt, dass Gründer-DNA branchenübergreifend funktioniert. Die Kombination aus Business-Erfahrung und dem Mut, sich in völlig neue Technologiefelder zu wagen, könnte genau das sein, was die GreenTech-Revolution braucht.
Ob C1 tatsächlich die Schifffahrt und Chemie revolutionieren wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Mit Vollmann hat das Unternehmen einen CEO, der weiß, wie man Visionen in skalierbare Geschäftsmodelle verwandelt.
Unicorn Bakery
Deine Marke. 600+ Episoden. Tausende Gründer.
Erreiche die ambitioniertesten Gründer Deutschlands als Podcast-Sponsor.
Sponsor werden