5. Dezember 2025
800 Firmengründungen in 2 Jahren: wie die Factory Berlin zur KI-Hochburg entwickeln will
Über diese Episode
Die Factory Berlin macht eine radikale Wende: Vom klassischen Coworking-Space mit Membership-Modell hin zu einem KI-fokussierten Inkubator mit Beteiligungsmodell. Udo Schloemer, Gründer der Factory, erklärt, wie sein Berliner Tech-Hub die Transformation meistern will und warum Europa trotz aller Kritik der ideale Standort für die nächste Tech-Generation ist.
Von Membership zu Beteiligung: Das neue Factory-Modell
Die Factory Berlin vollzieht einen grundlegenden Strategiewechsel. Statt auf das traditionelle Membership-Modell zu setzen, geht Schloemer einen anderen Weg: "Wir nehmen jetzt 10% Equity statt einer Membership-Gebühr", erklärt der Gründer. Diese Entscheidung basiert auf der Erkenntnis, dass Speed in der heutigen Zeit entscheidend ist.
Das neue Modell ermöglicht es der Factory, intensiver mit den Startups zu arbeiten und gleichzeitig am Erfolg partizipieren zu können. "Von der Idee zum Produkt in einer Woche" – das ist das ambitionierte Ziel, das durch den Einsatz von KI möglich werden soll.
KI als Game Changer: Prototyping in 24 Stunden statt 14 Tagen
Die Integration von Künstlicher Intelligenz verändert die gesamte Arbeitsweise der Factory fundamental. Was früher 14 Tage gedauert hat, schaffen sie heute mit KI-Unterstützung in 24 Stunden. "KI verändert alles", betont Schloemer und sieht darin die größte Transformation unserer Zeit.
Diese Entwicklung stellt jedoch nicht nur Chancen dar, sondern bringt auch psychologische Herausforderungen mit sich. Die Geschwindigkeit, mit der sich die Arbeitswelt verändert, erfordert von Gründern und Unternehmen eine ständige Anpassung.
Netzwerk schlägt Skills: Die neue Währung der Zukunft
In der KI-Ära verschiebt sich laut Schloemer die Prioritäten: "Netzwerk vs. Skills" – das Netzwerk wird zur neuen Währung der Zukunft. Während technische Fähigkeiten durch KI zunehmend automatisiert werden können, bleiben menschliche Verbindungen und kulturelle Aspekte unersetzlich.
"Warum Kultur wichtig bleibt" ist eine zentrale Frage, die Schloemer beschäftigt. Trotz aller Technologisierung sind es letztendlich die Menschen und ihre Beziehungen zueinander, die über den Erfolg entscheiden.
Deutschlands verstecktes Potenzial: Der Mittelstand als Stärke
Während viele über die langsame Digitalisierung in Deutschland klagen, sieht Schloemer gerade im deutschen Mittelstand eine große Chance. "Die Stärke des Mittelstands" liegt in der Kombination aus traditioneller Expertise und der Bereitschaft zur Innovation – wenn sie richtig genutzt wird.
"Mittelstand vs. Konzerne: Wer kann Innovation wirklich nutzen?" Diese Frage beschäftigt die Factory intensiv. Große Konzerne haben oft zu schwerfällige Strukturen, während der Mittelstand agiler reagieren kann. Hier sieht Schloemer das größte Potenzial für die Anwendung neuer KI-Technologien.
Ein kritischer Punkt ist dabei die deutsche Planungsmentalität: "Warum Planung oft hinderlich ist" und "Der Plan ersetzt den Zufall durch den Irrtum" – diese Erkenntnisse zeigen, dass zu viel Planung Innovation bremsen kann. Der richtige Mix aus Vision und Umsetzung ist entscheidend.
Leadership im Wandel: Von patriarchisch zu partizipativ
Die Transformation der Factory spiegelt auch einen grundlegenden Wandel in der Führungskultur wider. Schloemer setzt auf einen Wechsel "von patriarchisch zu partizipativ". Diese neue Führungsphilosophie erfordert die richtige Balance zwischen Kontrolle und Freiheit.
"Warum Fehler wichtig sind" ist ein zentraler Baustein dieser neuen Kultur. Nur wer bereit ist, Risiken einzugehen und aus Fehlern zu lernen, kann in der schnelllebigen KI-Welt bestehen.
Was Gründer jetzt tun sollten
Für andere Gründer hat Schloemer eine klare Botschaft: "Anpassung oder Abgehängt". Wer die KI-Transformation verschläft, läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Gleichzeitig kritisiert er die deutsche Politik: "Politik und Incentivierung: Warum Deutschland sich schwer tut" – hier sieht er noch großen Nachholbedarf.
Die Factory Berlin zeigt mit ihrer Transformation, wie traditionelle Tech-Hubs sich neu erfinden können. Mit 800 geplanten Firmengründungen in zwei Jahren setzt Schloemer ein ambitioniertes Ziel. Ob Berlin tatsächlich zur KI-Hochburg werden kann, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Die Weichen dafür sind jedenfalls gestellt.
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