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10. Oktober 2025

7 KI-Thesen, die dein Software-Startup 2025 prägen werden - mit Christoph Gerber, Talon.One

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Christoph Gerber hat mit Talon.One bewiesen, dass man auch in einem umkämpften Markt nachhaltige Software-Unternehmen aufbauen kann. Als Mitgründer von Lieferando und heute CEO von Talon.One mit über 300 Mitarbeitern, knapp 300 Kunden wie Adidas, H&M und Sephora sowie 135 Millionen Euro Funding teilt er sieben praxiserprobte Thesen, die Software-Startups 2025 prägen werden.

These 1: Vertrauen schlägt Hype

Während die KI-Welt von Hype-Zyklen geprägt ist, setzt Gerber auf eine andere Währung: Vertrauen. "KI beschleunigt Workflows, aber sie ersetzt keine Beziehungsarbeit", erklärt der Talon.One-Gründer. Für Software-Startups bedeutet das: Statt auf den neuesten KI-Trend aufzuspringen, sollten sie konsistent an vertrauensvollen Kundenbeziehungen arbeiten.

Vertrauen braucht Zeit – etwas, was in der schnelllebigen Startup-Welt oft vergessen wird. Doch gerade in einer Zeit, in der KI-Tools überall verfügbar sind, wird die menschliche Komponente zum entscheidenden Differenzierungsfaktor.

These 2: Pricing wertbasiert denken

Das traditionelle Seat-Based Pricing hat ausgedient. Gerber plädiert für einen Paradigmenwechsel: "Weg von Seat-Based, hin zu messbarem Kundennutzen." Die Herausforderung liegt darin, die richtige Preisstrategie zu finden, die den tatsächlichen Wert der Software widerspiegelt.

Für Startups bedeutet das, ihre Pricing-Modelle grundlegend zu überdenken. Statt nach Anzahl der Nutzer zu berechnen, sollten sie sich fragen: Welchen konkreten, messbaren Wert schaffen wir für unsere Kunden? Dieser Value-Based Pricing-Ansatz wird 2025 zum Standard werden.

These 3: Moats durch tiefe Integration

Oberflächliche Apps sind leicht austauschbar. Gerber setzt deshalb auf Verteidigbarkeit durch tiefe Integration in die Kerninfrastruktur der Kunden: "Nicht in losen Apps, sondern in der Kerninfrastruktur entstehen echte Moats." Switching Costs werden dadurch zu einem natürlichen Schutzwall.

Startups sollten sich fragen: Bauen wir nur eine weitere App oder integrieren wir uns so tief in die Arbeitsabläufe unserer Kunden, dass ein Wechsel schmerzhaft wird? Die Antwort entscheidet über die langfristige Verteidigbarkeit des Geschäftsmodells.

These 4: Buy oder Build bewusst wählen

Die Entscheidung zwischen Kaufen und Selbstbauen wird 2025 strategischer denn je. Gerbers Faustregel: "Software kaufen wo es Tempo bringt, Mini-Apps bauen wenn intern schneller." Es geht um die richtige Balance zwischen externer Effizienz und interner Kontrolle.

Für Startups bedeutet das eine bewusste Ressourcenallokation. Nicht alles muss selbst entwickelt werden – aber die kritischen Komponenten, die den Wettbewerbsvorteil ausmachen, sollten in eigener Hand bleiben.

These 5: Go-to-Market bleibt der Engpass

Trotz aller KI-Fortschritte verschwinden klassische Go-to-Market-Herausforderungen nicht. "Security, Compliance, Procurement verschwinden nicht durch KI", warnt Gerber. Sales bleibt entscheidend, besonders im Enterprise-Bereich.

Startups müssen verstehen, dass KI zwar Prozesse optimieren kann, aber die grundlegenden Verkaufs- und Compliance-Anforderungen bestehen bleiben. Wer hier spart, scheitert später an den Realitäten des B2B-Marktes.

These 6: Produktivität vor Personalabbau

Statt sofort Personal abzubauen, sollten Startups KI als Produktivitäts-Enabler nutzen: "Mehr Output mit bestehendem Team." Die richtige Balance zwischen Effizienzsteigerung und Teamstabilität wird zum Erfolgsfaktor.

Diese Denkweise schafft nicht nur ein besseres Arbeitsklima, sondern nutzt auch das vorhandene Know-how optimal aus. KI wird zum Werkzeug, das bestehende Talente verstärkt, statt sie zu ersetzen.

These 7: Performance unter Last nicht verhandelbar

Latenz und Zuverlässigkeit bleiben auch im KI-Zeitalter nicht verhandelbar. "Skalierung als Herausforderung" wird für viele Startups zur Bewährungsprobe. Qualität entscheidet über langfristigen Erfolg.

Gerade wenn KI-Features zusätzliche Rechenleistung erfordern, dürfen Performance und Stabilität nicht leiden. Kunden verzeihen innovative Features, aber keine schlechte Performance.

Fazit: Praxis vor Theorie

Gerbers sieben Thesen zeigen: Erfolgreiche Software-Startups kombinieren 2025 KI-Innovation mit bewährten Geschäftsprinzipien. Vertrauen, durchdachtes Pricing, tiefe Integration und solide Go-to-Market-Strategien bleiben die Grundlage – KI verstärkt diese Faktoren, ersetzt sie aber nicht.

Für Gründer bedeutet das: Weniger Hype, mehr Substanz. Die Zukunft gehört denen, die KI strategisch einsetzen, ohne die Basics zu vergessen.

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