Ausgabe 9 · Dienstag11. August 2026 · 5 Min

Scaleup Europe Fund investiert erstmals €450 Mio.

Das Briefing für Gründer, die keine Zeit für 40 Newsletter haben.

11. August 2026 | Founder Briefing

Der Scaleup Europe Fund hat sein erstes Ticket gemacht: 450 Mio. Euro in ICEYE, Bewertung über 10 Mrd. Euro.

TOP-STORY

Scaleup Europe Fund debütiert mit 450 Mio. Euro in ICEYE – Bewertung über 10 Mrd. Euro

Was passiert ist: Der Scaleup Europe Fund mit einem Zielvolumen von 5 Mrd. Euro hat sein erstes Investment abgeschlossen. Er co-leitete ICEYEs Series F, die insgesamt 1 Mrd. Euro umfasst, davon 450 Mio. Euro Primary bei einer Bewertung von über 10 Mrd. Euro. Co-Lead war General Atlantic.

Wer ICEYE ist: ICEYE hat seinen Sitz seit 2014 in Finnland und betreibt die weltgrößte Konstellation von Radarsatelliten mit synthetischer Apertur. Das Unternehmen beschäftigt weltweit über 1.000 Mitarbeiter. Co-Founder und CEO Rafał Modrzewski und sein Mitgründer Pekka Laurila lernten sich als Erasmus-Studenten kennen, erhielten erste Förderung über Horizon 2020 und blieben mit ihrer Firma in Europa verankert.

Was der Fonds verfolgt: Die Investmentstrategie des Scaleup Europe Fund umfasst KI, Quantencomputing, Dual-Use-Technologien, Cleantech, Space, Biotech und medizinische Innovation. Erklärtes Ziel ist, die Wachstumskapitallücke in Europa zu schließen und strategisch wichtige Firmen global skalieren zu lassen, ohne dass sie Europa verlassen. Der Fonds wurde von der Europäischen Kommission gemeinsam mit privaten Investoren aufgesetzt und wird von EQT gemanagt.

Einordnung: Das erste Ticket zeigt das Muster: Dual-Use, Space, souveräne Infrastruktur. Die Initiative soll europäischen Tech-Unternehmen helfen, ihre Abhängigkeit von nicht-europäischem Kapital beim Skalieren zu reduzieren. Für Founder in genau diesen Kategorien gilt ab sofort:

Den Scaleup Europe Fund als relevante Late-Stage-Kapitalquelle einplanen. Die Frage ist nicht, ob der Fonds weitere Tickets schreibt, sondern wann und in welche Firmen. Wer in AI, Space, Quantum oder Dual-Use baut, sollte jetzt den Erstkontakt zu EQT herstellen.

Quellen: EQT Pressemitteilung · Dealroom · The Defense Post

GTM-Hiring: Partner-Empfehlung

FINANZIERUNGSRUNDEN

NavVis, die Münchner Spatial-Twin-Plattform, hat eine Series-D-Runde über 73,7 Mio. Euro (85 Mio. USD) abgeschlossen, geführt von der US-PE-Firma The Jordan Company. Das 2013 als Spin-off der TU München gegründete Unternehmen betreibt eine Spatial-Data-Plattform, die Gebäude- und Fabrikscans in digitale Zwillinge verwandelt. Das frische Kapital soll die Geodaten-Plattform weiter ausbauen, die KI-Produkt-Roadmap beschleunigen und die US-Marktpräsenz stärken. Allein 2025 wurden über eine Milliarde Quadratmeter digital erfasst.

Einordnung: NavVis ist ein TUM-Spin-off von 2013 und zieht jetzt US-PE an, ohne in die USA umzuziehen. Das ist der Beweis, dass Industrial-AI-Infrastruktur mit klarem Enterprise-Use-Case auch in späten Phasen internationales Kapital anzieht. Für Founder im Physical-AI-Segment: Räumliche Dateninfrastruktur entwickelt sich gerade zum Pflichtbestandteil jeder Fabrik-KI-Strategie.

Quellen: NavVis Pressemitteilung · The Next Web · EU-Startups

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Relevante KI-News der Woche

Harvey peilt 500 Mio. USD bei 15,5 Mrd. USD an – ARR verdoppelt sich in sechs Monaten

Das Legal-AI-Startup Harvey ist in Gesprächen, mindestens 500 Mio. USD bei einer Bewertung von 15,5 Mrd. USD einzusammeln. Das ist ein Plus von 41 % gegenüber den 11 Mrd. USD aus dem März. Lightspeed Venture Partners soll die Runde anführen. Harvey macht mittlerweile über 350 Mio. USD annualisierten Umsatz, ein Wachstum von über 80 % gegenüber 190 Mio. USD im Januar. Bei 15,5 Mrd. USD Bewertung entspricht das etwa dem 44-fachen des aktuellen Umsatzes. Die Plattform wird von über 100.000 Anwältinnen und Anwälten bei mehr als 1.500 Kunden in über 60 Ländern genutzt, darunter 50 % der Am Law 100.

Was du jetzt tun solltest: Ein Deal bei 15,5 Mrd. USD würde bedeuten, dass Harveys Bewertung in 18 Monaten mehr als verfünffacht wurde. Das Multiple-Niveau von 44x ARR ist möglich für Vertical-AI mit Enterprise-Tiefe. Harvey arbeitet bereits an einem eigenen Foundation-Model für Legal-Tasks und löst damit schrittweise die Abhängigkeit von Drittanbietern. Wer als Vertical-AI-Gründer heute noch keinen eigenen Moat jenseits des API-Zugangs definiert hat, muss zumindest anfangen darüber nachzudenken.

Quellen: The Next Web · SiliconANGLE · Law.com

Alibaba Qwen3.8-Max: 2,4-Billionen-Parameter-MoE wird Open Weight

Qwen3.8-Max ist seit dem 3. August verfügbar. Das Modell bringt 2,4 Billionen Gesamtparameter bei 95 Milliarden aktiven Parametern pro Token, ein Kontextfenster von 1 Million Token und nativ multimodalen Input aus Text, Bild und Video.
API-Preis auf QwenCloud: 2,00 USD pro Million Input-Token, 6,00 USD Output, 0,25 USD für gecachte Reads.

Die eigentliche Nachricht: Alibaba hat angekündigt, die Gewichte von Qwen3.8-Max in der Woche ab 10. August auf Hugging Face und ModelScope zu veröffentlichen. Das wäre das erste Mal, dass ein Qwen-Modell der Max-Klasse als Open Weight erscheint. Frontier-Qualität on-premise betreiben, ohne laufende API-Kosten zu zahlen, das verändert die Kalkulation für selbst gehostete KI-Infrastruktur grundlegend. Lizenzcheck beim Download ist Pflicht, bevor der kommerzielle Einsatz startet.

Bringt mich interessanterweise zu der Frage, ob und wie Firmen jetzt wieder eigene Hardware kaufen und betreiben. Wurde ja lange verschrien, aber inzwischen sehen wir wieder mehr, dass nicht nur Cloud und API den Zugang sichern, sondern auch der direkte Zugang zu Hardware wieder gefragter ist.

Quellen: DataCamp · Yotta Labs

Mehr als 100.000 Euro Foerderung im Schnitt

Das war's für heute 🦄

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Bis Donnerstag,
Fabian

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